Neue Ära mit altem Chef - Fokus auf Gesundheit und Zukunft
Der größte Betrieb im größten Kurort des Landes wird für weitere fünf Jahre von Andreas Leitner geführt. Dem KURIER verriet er einige seiner Pläne.
Von Gernot Heigl
Die Chefsuche im größten Kurort des Landes ist beendet: In einem Hearing konnte sich der bisherige Reduce-Geschäftsführer Andreas Leitner durchsetzten. Der Oberwarter, der diese Position im Gesundheitsresort seit 2020 innehat, wurde für weitere fünf Jahre verpflichtet.
Das Team rund um den zweifachen Familienvater besteht aus 406 Mitarbeitern, unter ihnen 14 Lehrlinge. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass sich jährlich an die 30.000 Gäste bei rund 200.000 Nächtigungen wohl fühlen. Auf dem insgesamt rund 50 Hektar großen Areal stehen dafür die Reduce-Hotels Thermal****S (Adults only) und Vital****S sowie vier Kurhotels mit 800 Betten zur Verfügung.
Job ist mehr als nur Kur
Zu verwalten hat Leitner auch den 8,5 Hektar großen Kurpark im Zentrum, historische Gebäude, das Freilichtmuseum sowie die Förderung des Thermalwassers aus den eigenen Quellen, das auch an andere Hotels und die öffentliche Therme geliefert wird. In sein Aufgabengebiet fällt auch das Kurmittelhaus mit etwa 700.000 Therapien jährlich.
Der Fokus des Südburgenländers lag und liegt aber vor allem im Gesundheitsbereich. „Menschen sollen nicht nur lange leben, sondern lange gut leben. Dieses Leitmotiv zieht sich durch all unsere Angebote und Dienstleistungen“, so Leitner. „Deshalb bieten wir schon jetzt zusätzlich zu den traditionellen Anwendungen mit Heilmoor, Thermalwasser und kohlensäurehaltigem Heilwasser auch innovative Gesundheitsprogramme an.“
„Menschen sollen nicht nur lange leben, sondern vor allem lange gut leben“, sagt Andreas Leitner.
Wie etwa im neu eröffneten BodyLAB. Dort gibt es eine 3D-Körperanalyse mittels Infrarot-Technologie und einem fotorealistischen Avatar sowie eine Kryotherapie in der Kältekammer bei minus 110 Grad. Im Angebot ist auch ein spezieller Cardio-scan, mit dem unter anderem körperliche Belastbarkeit, Schlafqualität, Vitalität und auch das Risiko eines Burn-outs ermittelt werden können. Ergänzt wird das wissenschaftliche Programm durch individuelle Ernährungsberatung.
Beim Essen war das Reduce bereits 2017 Vorreiter, etwa im Bereich der veganen Küche. Mittlerweile wurde das Resort mehrfach prämiert, unter anderem mit der Grünen Haube. Auszeichnungen gibt es am laufenden Band: Zuletzt erreichte das Hotel Vital 94 Punkte im Falstaff „Spa Guide 2026“ und erhielt den renommierten „Leading Spa Award“. Zudem bekam das Reduce nun auch den Reifegrad 2 des Qualitätsmanagementverfahrens „EasyLiving®“ der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zugesprochen. Das Gütesiegel ist sichtbarer Beleg für eine qualitätsorientierte Gesundheitsdienstleistung auf höchstem Niveau. Damit zählt das Resort zu den führenden Anbietern für Kur und Gesundheitsvorsorge Aktiv (GVA) in Österreich.
Was steht jetzt an?
Beim Blick in die Zukunft meint der alte und neue Geschäftsführer, dass er die Megatrends nach Langlebigkeit, Prävention und Lifestyle-Medizin weiter ausbauen möchte. „Dafür werden in nächster Zeit hohe finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Eine erfreuliche Entwicklung, im Gegensatz zum Beginn seiner Karriere.“ Denn in seinen ersten drei Jahren als Chef musste Leitner gegen Corona und seine wirtschaftlichen Auswirkungen kämpfen.
Trotzdem konnte er in den darauffolgenden beiden Jahren bereits fünf Millionen Euro in den Ausbau des Resorts investieren. Mit Stolz verweist Leitner auch auf Nachhaltigkeit als unternehmerische Verantwortung. So stammen bereits 25 Prozent des benötigen Stroms aus der eigenen PV-Anlage. Zum Ausbau der Fernwärme meint Leitner: „Schon jetzt werden 85 Prozent unseres Bedarfs gedeckt. Unser Ziel ist, demnächst völlig energiebedarfsunabhängig von Gas zu sein.“
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