Nach Kindesabnahmen durchs Land ist „Phönixhof“ insolvent
Anfang November hat das Land als Aufsichtsbehörde über die rund 40 privat geführten Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vom Forchtensteiner Phönixhof sieben der zehn dort untergebrachten jungen Menschen abgeholt und in anderen Häusern untergebracht (der KURIER hat berichtet).
Jetzt hat der Trägerverein „Phönix - Kinder brauchen Flügel“ die Zahlungen eingestellt und beim Landesgericht Eisenstadt einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt. Das berichtet am Dienstag der Kreditschutzverband KSV1870.
Am Phönixhof waren 13 Mitarbeiter beschäftigt. Die Passiva betragen laut Schuldnerangaben 360.000 Euro. Die Schuldnerin bietet den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren.
Die Kinder- und Jugendabteilung des Landes hatte nach eigenen Angaben im Phönixhof „eine Reihe von Mängeln“ festgestellt. Der Personaleinsatz habe „weder qualitativ noch quantitativ den Anforderungen“ entsprochen. Gerügt wurde auch die „Nichteinhaltung behördlicher Auflagen“. Die Leitung des Phönixhofs konnte diese Vorwürfe „nicht nachvollziehen“ und wollte dem Land die eigene „Position darlegen“, wozu es aber offenbar nicht gekommen ist.
Der Phönixhof wollte zunächst Kinder aus anderen Bundesländern aufnehmen, wenn das Land dabei bleiben sollte, keine Kinder mehr zuzuteilen und damit auch keine Tagsätze zu zahlen.
Denn Tagsätze sind wesentlich für die Finanzierung der sozialpädagogischen Einrichtungen.
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