Nach geglückter Herz-OP will Bürgermeister bis 2027 bleiben

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Wolfgang Kovacs (Liste Parndorf) über den finanziellen Parforceritt der Gemeinden.

Wolfgang Kovacs‘ Tatendrang ist ungebremst. Nach einer Bypass-Operation im Spätsommer hält der 63-jährige Bürgermeister von Parndorf die Fäden wieder in der Hand. 

Im KURIER-Gespräch erklärt der seit 2007 amtierende Ortschef der Liste Parndorf, warum er froh sein muss, dass das Land heuer „nur“ 97 Prozent der Ertragsanteile für Parndorf einbehält, die „Outlet-City“ besser durchs Tal der Tränen kommt als andere Kommunen und wie lange er im Chefsessel der sechstgrößten Gemeinde im Land bleibt.

Parndorf hat laut Statistik Austria mehr Beschäftigte (5.696) als Einwohner (5.362), entsprechend sprudeln die Einnahmen aus der Kommunalsteuer, die sich an der Summe der Arbeitslöhne bemisst. Zuletzt sei die Abgabe wieder „ein bissl“ gestiegen, so Kovacs. 

Dennoch muss Parndorf, wie fast alle der 171 Gemeinden des Landes, jeden Euro mehrmals umdrehen. Verantwortlich dafür seien Abzüge durchs Land, mit denen die Gemeinden ungefragt Projekte des Landes mitfinanzieren müssten, klagen viele Ortschefs.

„Eine Tragödie“

Anders als manche Kollegen hat Kovacs für 2026 trotzdem im ersten Anlauf ein Budget durch den Gemeinderat gebracht, zugestimmt hat auch ein ÖVP-Vertreter.

Von den rund 5,5 Millionen Euro Ertragsanteilen, die Parndorf zustünden, bleiben der Gemeinde im Bezirk Neusiedl am See voraussichtlich 223.000 Euro. Kovacs, nicht ohne Ironie: „Damit tun wir uns einen Hauch leichter als im Vorjahr, weil nur 97 Prozent abgezogen werden.“ Davor waren es 110 Prozent: „Eine Tragödie.“

Um über die Runden zu kommen, hat die Gemeinde die Kanalbenützungsgebühr um rund zehn Prozent erhöht und Serviceleistungen reduziert. Entlassen wurde niemand, einzelne Stellen werden nicht nachbesetzt.

Mehrkosten von einer Million Euro verursache ein anderes – von der Landes-SPÖ – erdachtes Zuckerl: der Mindestlohn. An sich ist Kovacs, der in seiner Sturm-und-Drang-Zeit mit den Kommunisten sympathisierte, ein Freund höherer Löhne, aber: „Da hat man übertrieben.“ 

Noch heute ärgert er sich, dass Parndorf wie die Nachbargemeinden vor Jahren den Mindestlohn übernommen hat. Damals ging man aber nur von Mehrkosten von 300.000 Euro aus. Mittlerweile sei es billiger, Reinigungsleistungen extern zuzukaufen, illustriert Kovacs die Fehlentwicklung.

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Wolfgang Kovacs (li) will bis zur Wahl im Herbst 2027 Bürgermeister bleiben, Vize Wolfgang Daniel hat gute Chancen auf die Nachfolge.

Trotz der Schwierigkeiten will Parndorf heuer den Schuldenstand um 600.000 Euro reduzieren und hat eine freie Finanzspitze von deutlich mehr als einer Million Euro. Deshalb ist Kovacs überzeugt, dass Parndorf nicht auf der Liste der Konsolidierungsgemeinden landet. Derzeit sind es 35, aus Rückmeldungen von Kollegen schließt Kovacs auf einen massiven Anstieg.

Gesundheitlich gehe es ihm nach der Operation wieder gut, bis zur Wahl im Herbst 2027 will er bleiben. Dann ist aber, wie angekündigt, Schluss. Beste Chancen auf seine Nachfolge hat Vizebürgermeister Wolfgang Daniel. Kovacs: „Ein ausgezeichneter Mann.“

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