© Natascha Marakovits

Chronik Österreich
08/30/2019

Parndorf pfeift aufs Nationalstadion

Bürgermeister Wolfgang Kovacs sieht die 5000-Einwohner-Kommune durch Outlet und Co schon an der Belastungsgrenze

von Thomas Orovits

Nach Wien holt sich der ÖFB auch von Parndorf eine Absage: Der Parndorfer Bürgermeister Wolfgang Kovacs (Liste Parndorf) kann einem Fußball-Nationalstadion in seiner Gemeinde wenig abgewinnen. Er könne sich das derzeit „ganz schwer, eigentlich gar nicht vorstellen“, sagte er am Freitag zur APA. Eine Fläche müsste erst vom Gemeinderat der 5000-Einwohner-Kommune im Bezirk Neusiedl am See gewidmet werden. Das sei „unwahrscheinlich“.

Nachdem sich Wiens Sportstadtrat Peter Hacker via KURIER gegen ein neues Stadion in der Bundeshauptstadt (statt des Happel-Stadions im Prater) ausgesprochen hatte, kündigte Fußballbund-Präsident Leo Windtner an, der ÖFB wolle alternative Optionen in Niederösterreich und im Burgenland ausloten.

Nichts gegen Menschen

Die Parndorfer fürchteten vor allem die verstärkte Belastung durch den Verkehr, so der seit 12 Jahren amtierende Kovacs. Mit dem Outlet-Center und zahlreichen Betrieben gebe es bereits entsprechend viel Verkehr. In einem Nationalstadion würden außerdem nicht nur Länderspiele, sondern auch Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Kovacs, der bisher nur über die Medien von der Idee erfahren habe: „Wir wollen keine 80 Veranstaltungen“.

Burgenlands SPÖ-Sportlandesrat Christian Illedits – selbst Ex-Kicker und Präsident des ASV Draßburg – beruhigt auf KURIER-Anfrage: Man werde sicher nichts gegen den Willen der Bevölkerung machen. Aber, so Illedits: Das Land solle sich alles in Ruhe anschauen, anstatt sich gleich aus dem Spiel zu nehmen.

Ganz ohne Stadion bleibt Parndorf ohnehin nicht, verfügt der SC/ESV Parndorf 1919 doch über das Heidebodenstadion, das maximal 5000 Zuschauern Platz bietet. Voll ist das Stadion kaum, denn der frühere Zweitligist spielt seit wenigen Wochen nur noch in der Landesliga, bundesweit die vierthöchste Spielklasse Österreichs - regional statt national.