Forchtenstein: Mit Pfeil und Bogen die Burg erleben

Stationenbetrieb auf Burg Forchtenstein © Bild: /Daniela Davidovits

Auf der Burg Forchtenstein tauchen die jungen Besucher in die Welt von früher ein.

Im Juli herrscht so reges Treiben auf Burg Forchtenstein wie in alten Tagen: Verkleidet als Ritter und Burgfräulein – manche auch zeitgemäß als Ritterinnen – spüren Kinder, wie das Leben früher war. Lange bevor die Smartphones entwickelt wurden, ohne die sie sich das Leben gar nicht vorstellen können.

An einem Holztisch übt die kleine Nini, mit Tintenfass und Feder einen mittelalterlichen, verschnörkelten Buchstaben zu malen. Schwer vorstellbar für eine Fünfjährige, wie alt die Schrift ist: "Mama, hast du diese Schrift gelernt?" "Nein, die ist noch älter." "Also Oma."

In vielen Stationen erkunden Kinder die Burg mit ihren düsteren Kammern, ihren verwinkelten Gängen und ihren steilen Stiegen. Mit einer Goldschmiedin basteln sie einen Kettenanhänger, sie backen Lebkuchen-Kekse, sie arbeiten mit Ton, sie schießen mit Pfeil und Bogen – so wie ihre mutigen Vorfahren.

Kleiner Ritter schreibt mit Feder
Burg Forchtenstein © Bild: /Daniela Davidovits

Das Event von Organisator Horst Horvath und seiner Burgmaus Forfel begeisterte rund 460.000 Besucher, die seit dem Beginn vor 20 Jahren in die Esterhazy-Burg aus dem 13. Jahrhundert anreisten. Denn Führungen durch die Prunkräume und die Schatzkammer sind nicht so greifbar für Kinder etwa wie ein Konzert mittelalterlicher Instrumente mit Musikern in Kostümen. Tatsächlich klingen für die Kinder die Melodien erst eintönig, doch dann begeistern sie sich für den Trommel-Rhythmus. Die kleinen Buben sind begeistert von den Holzschwertern und Schilden, die verkauft werden. Sie tauchen gerne in die Fantasiewelt ein.

Zum Erlebnis gehören auch die Theater-Vorführungen, die extra für das Forchtenstein-Fest erfunden wurden, allen voran das Musical von Bestsellerautor Thomas Brezina. Zwar kommt die neue Geschichte des Dinosauriers Bronti nicht an die früheren Stücke über den kleinen Ritter Rups heran, doch Brezinas Burg-Geschichten sind ein gutes Beispiel, wie das Festival mit viel Mühe und Liebe zum Detail vorbereitet wird.

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Burg Forchtenstein © Bild: /Kbk

Bei den vier aufregenden Wochen im Sommer macht das ganze Dorf Forchtenstein mit, betonte Bürgermeisterin Friedericke Reismüller die Bedeutung als Wirtschaftsfaktor: "Die Betreuung der Aktivitäten erfolgt auch durch örtliche Vereine. Außerdem haben viele Jugendliche aus Forchtenstein die Möglichkeit, einen Ferienjob während des Sommers in der Gemeinde zu finden."

So wie die beiden Torwächter Philipp und Alexander. "Es ist witzig, hier zu arbeiten, denn wir kennen das Festival von klein auf: Die Kinder aus dem Kindergarten und der Volksschule werden jedes Jahr zur Generalprobe eingeladen."

Im cool-modernen Restaurant in den alten Mauern merkt man die Vorzüge der heutigen Zeit: Das Essen aus der neuen Küche schmeckt besser als der Knoblauchöl-Fleck, der im Burghof am Feuer gemacht wird.

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Burg Forchtenstein © Bild: /Daniela Davidovits

INFO: Sa. und So. bis 30. Juli, www.forchtenstein.at

( kurier.at ) Erstellt am 21.07.2017