725 Euro für 49 Quadratmeter: Bewohner beklagen "zu hohe Mieten"
Die Landeshauptstadt ist im erweiterten Wiener Speckgürtel ein begehrter Wohnort. Laut jüngsten Zahlen der Statistik Austria hat Eisenstadt 16.405 Einwohner, fast 300 mehr als vor einem Jahr. Das schlägt sich auch bei Hauspreisen und Mietkosten nieder.
Manchen Bewohnern der Wohnhausanlage am Krautgartenweg 4 gehen die gestiegenen Mieten aber eindeutig zu weit.
„Ich muss mir Geld ausborgen, damit ich durchkomme“, sagt ein 82-Jähriger zum KURIER.
Vor fünf Jahren habe er für seine 50 m2-Wohnung 450 Euro bezahlt, mittlerweile seien es 674 Euro. Ihm bleibe wohl nur der Gang ins Rathaus wegen einer Gemeindewohnung oder ins Landhaus zwecks Erhöhung der Wohnbeihilfe.
Fixzinsdarlehen
Ans Ausziehen denkt auch eine Mieterin, die nach eigenem Bekunden monatlich 725 Euro für 49 Quadratmeter zahlt: „Für ein altes Haus, das saniert wurde, ist die Miete viel zu hoch“.
Altes Haus?
Nach dem Umzug der Sozialversicherungsanstalt der Bauern in die ÖGK-Landesstelle am Stadtrand erwarb die OSG den aus den 1980-er Jahren stammenden Betonbau. Er wurde komplett entkernt, generalsaniert und zu einem Wohnhaus mit 44 Einheiten.
Laut OSG-Vorstandschef Alfred Kollar sei ein auf fünf Jahre abgeschlossenes Fixzinsdarlehen mit weniger als einem Prozent 2024 ausgelaufen. Danach musste der Zinssatz angepasst werden. Dazu seien ein Annuitätensprung bei der Wohnbauförderung und eine Anhebung der Betriebskosten gekommen.
Die Betriebskosten würden sich seine Mitarbeiter noch einmal ansehen. Kollar gibt aber auch zu bedenken, dass sich beim niedrigen Zinssatz kein Mieter beklagt habe.
Eine junge Frau, die für 29 Quadratmeter 456,60 Euro zahlt, kann sich „die Miete leisten, weil ich einen super Job habe“, aber den Preis empfinde sie als „Frechheit“.
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