Memphis im Burgenland: Wohnen wie der King

Ein Mann und eine Frau stehen vor Graceland, dem ehemaligen Wohnsitz von Elvis Presley in Memphis.
Susanne Mauser lebt in einer Sehenswürdigkeit. Ihr Haus in Weiden am See ist Elvis Presleys Graceland nachempfunden

Elvis lebt. Er ist nur umgezogen, ins Nordburgenland. Das könnte man zumindest vermuten, wenn man vor dem Zuhause von Susanne Mauser steht. Ihr Haus in Weiden am See sieht Graceland, dem Anwesen von Elvis Presley in Memphis, Tennessee, zum Verwechseln ähnlich.

Zumindest von außen ist das so. Doch innen sieht es anders als im Original aus – einen „Jungle Room“ wie in Elvis’ Villa sucht man vergeblich. Susanne Mauser erklärt: „Graceland ist ja schon ziemlich alt, da gibt es viele enge, niedrige Räume. Amerikanisch angehaucht ist unser Haus aber auch“.

Und: Es gibt keinen Raum im ganzen Haus, in dem Elvis Aaron Presley nicht in irgendeiner Form präsent ist. An fast allen Wänden hängen Elvis-Bilder, Briefe, Schallplatten. Selbst am stillen Örtchen verkündet ein Bild Elvis‘ Motto: „T.C.B. – Taking Care of Business“ („Sich ums Geschäft kümmern“).

Eine Sammlung von Elvis Presley-Erinnerungsstücken, darunter Tassen, Aufkleber und ein Nummernschild.

Das Radio im Hause Mauser ist immer auf den gleichen Sender eingestellt: Das dänische „Always Elvis Radio“. „Nein, das wird nicht fad“, versichert Susanne Mauser lächelnd. „Ich bin Elvis-Fan seit ich denken kann. Das erste Lied, an das ich mich erinnern kann, ist ‚Kiss me quick‘. Ich habe auch schon immer alles gesammelt, was ich von Elvis finden konnte.“

Verständlich, dass für die damals zwölfjährige Susanne im August 1977 eine Welt zusammenbrach, als sie die Nachricht vom Tod ihres Idols erreichte. „Ich habe wochenlang nur Schwarz getragen, bis mich alle nur noch ausgelacht haben“.

Eine Frau hält ein gerahmtes Foto in der Hand, im Hintergrund ein Elvis-Presley-Poster.

Elvis live zu erleben, war Susanne Mauser nicht vergönnt. Dafür hat sie Priscilla Presley schon persönlich getroffen: „Das war 2016 in Graceland, da hat sie sich ganz normal unter den Leuten bewegt. Sie ist eine sehr zierliche Frau, sie ist sehr nett und aufgeschlossen.“

Eine Frau hält ein Schild mit der Aufschrift: „Ein Leben ohne Elvis ist möglich, aber sinnlos.“.

Eine Frau steht neben einem Aufzug mit einem Bild von Elvis Presley darin.

Ein Mann posiert neben einer Vitrine mit einem verzierten Elvis-Anzug.

Zwei Personen stehen vor Graceland, dem ehemaligen Wohnsitz von Elvis Presley in Memphis.

Zwei Personen stehen vor Graceland, dem ehemaligen Wohnsitz von Elvis Presley in Memphis.

Eine Frau in einem „Graceland“-Pullover steht unter einem Schild mit der Aufschrift „Elvis Presley Blvd.“.

Zwei Personen posieren vor einer Löwenstatue in Graceland.

Ein vergilbter Briefumschlag adressiert an Susi Ermler in Neusiedl am See.

Eine Frau hält eine Bravo-Zeitschrift mit Elvis Presley vor einem Regal mit Elvis-Memorabilia.

Eine Sammlung von Elvis Presley-Erinnerungsstücken in einem Regal, darunter Tassen, Fotos und Aufkleber.

Eine Frau hält ein gerahmtes Foto vor einer Wand mit Elvis-Memorabilia.

Eine Frau posiert vor einem großen Porträt von Elvis Presley.

Ein gerahmtes Foto von Priscilla Presley mit einer Frau vor einem Aufzug.

Ein Flakon Aftershave steht auf einer Ablagefläche.

„Ich bau dir Graceland“

Doch wie kam es dazu, dass Susanne Mauser jetzt, in ihren 50ern, in einem Ebenbild des Hauses von Elvis lebt? „Wir haben uns lange nach einem Haus umgeschaut, aber nichts Passendes gefunden. Bis mein Mann gesagt hat: Weißt du was? Ich bau dir Graceland“. Detailfotos vom Original, die Susanne Mauser auf ihren mittlerweile mehr als 20 Reisen nach Memphis aufgenommen hat, dienten den Architekten und Handwerkern als Vorlage für die burgenländische Version von Graceland.

Seit seiner Fertigstellung macht das Haus in der Grenzgasse dem Neusiedler See als beliebtestes Fotomotiv der Region Konkurrenz. Die Begegnungen mit Elvis-Fans seien eigentlich immer positiv, sagt Mauser. Nur einmal habe sie bei einer aufdringlichen Dame einen schärferen Ton anschlagen müssen: „Sie wollte unbedingt reinkommen und ist dann richtig grantig geworden. Es war schwierig, ihr zu erklären, dass das ein Privathaus und kein Museum ist.“

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