Strom statt Diesel: Halbzeit bei Elektrifizierung der Mattersburger Bahn
Die Arbeiten an der Elektrifizierung der Mattersburger Bahn schreiten voran.
Die Züge haben Pause: Dieser Tage gehört die Mattersburger Bahn den Baumaschinen. Seit dem Vorjahr wird die Regionalstrecke umfassend modernisiert, die Hauptarbeiten laufen seit vergangenem Februar. Noch bis 12. Dezember bleibt die Strecke deshalb gesperrt, Pendlerinnen und Pendler müssen bis dahin mit dem Schienenersatzverkehr vorlieb nehmen.
Bis Ende 2027 entstehen eine durchgehend elektrifizierte Bahnverbindung, barrierefreie Bahnhöfe und Haltestellen sowie neue Gleisanlagen. Insgesamt werden rund 143 Millionen Euro investiert.
Neudörfl bekommt eine Unterführung
Zur „Halbzeit“ gaben ÖBB und Land diese Woche ein Update zu den aufwendigen Bauarbeiten. Bei einem Lokalaugenschein in Neudörfl informierten sich Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) und ÖBB-Projektleiterin Luzie Kneifel über den Fortschritt. In Neudörfl wird die Eisenbahnkreuzung beim Bahnhof durch eine Unterführung mit getrenntem Geh- und Radweg ersetzt. Zudem entstehen zwei barrierefrei erreichbare Bahnsteige mit Liften sowie neue Park-&-Ride- und Bike-&-Ride-Anlagen.
Auch entlang der übrigen Strecke laufen die Arbeiten auf Hochtouren. In Bad Sauerbrunn ist die Hangsicherung abgeschlossen, die ersten neuen Gleise werden verlegt, das Viadukt soll bis spätestens 15. September wieder geöffnet werden. In Wiesen-Sigleß wird an Bahnsteig und Eisenbahnkreuzung gearbeitet, in Mattersburg Nord sind Bahnsteigkante und Vorschotterung bereits fertig. In Loipersbach-Schattendorf entstehen unter anderem ein neuer Personendurchgang und barrierefreie Bahnsteige.
Ohne Umsteigen nach Wien
Mit dem Projekt werden außerdem mehrere Eisenbahnkreuzungen aufgelassen oder durch Unterführungen ersetzt, Stellwerke erneuert sowie neue Oberleitungen errichtet. Nach Abschluss der Arbeiten sollen Züge von Loipersbach-Schattendorf ohne Umsteigen bis Wien fahren können.
Landesrat Dorner bezeichnet das Vorhaben als wichtigen Schritt für den öffentlichen Verkehr: „Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist ein zentraler Baustein der burgenländischen Gesamtverkehrsstrategie 2021 und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Mobilitätswende. Mit der Elektrifizierung der Mattersburger Bahn wird nun ein bedeutendes Schieneninfrastrukturprojekt im Burgenland umgesetzt. Dadurch profitieren zahlreiche Pendlerinnen und Pendler von schnelleren und komfortableren Bahnverbindungen, unter anderem in Richtung Wien.“
ÖBB-Projektleiterin Luzie Kneifel verweist auf die langfristigen Auswirkungen: „Die Modernisierung der Mattersburger Bahn bedeutet eine spürbare Qualitätssteigerung für den öffentlichen Verkehr in der Region. Mit der Elektrifizierung der Strecke schaffen wir die Voraussetzungen für einen Betrieb mit 100 Prozent grünem Bahnstrom und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Gleichzeitig investieren wir in moderne, barrierefreie Bahnhöfe sowie in Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen, um den Umstieg auf die Bahn noch attraktiver und komfortabler zu gestalten. Durch die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen und den Bau von Unterführungen erhöhen wir zudem die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Unser Ziel ist es, bis Ende 2027 eine moderne, sichere und leistungsfähige Bahninfrastruktur für die Region zu schaffen.“
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