Langjähriger Volksgruppen-Vorsitzender Martin Ivancsics gestorben
Martin Ivancsics (Mitte), langjähriger Volksgruppenvertreter, prägte Kultur und Politik der burgenländischen Kroaten über Jahrzehnte (Archivbild).
Der langjährige Volksgruppenvertreter Martin Ivancsics ist tot. Der frühere Vorsitzende des Kroatischen Kultur- und Dokumentationszentrums (HKDC) starb am Montag im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit. Das teilte das HKDC am Dienstag mit.
Ivancsics war über Jahrzehnte eine zentrale Figur der burgenländischen Kroaten. Als Vorsitzender des HKDC setzte er laut Aussendung richtungsweisende Projekte um und prägte das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Volksgruppe maßgeblich.
Auch politisch war Ivancsics eng mit dem Land Burgenland verbunden. Er war Büroleiter der Landeshauptmänner Hans Sipötz und Hans Niessl (beide SPÖ) sowie von 2015 bis 2018 Vertreter des Burgenlands im ORF-Stiftungsrat.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) zeigte sich tief betroffen. „Mit Martin Ivancsics verliert das Burgenland eine prägende Persönlichkeit und einen visionären Volksgruppenvertreter“, erklärte er. Ivancsics habe über Jahrzehnte hinweg das politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben des Landes maßgeblich mitgestaltet.
Auch innerhalb der Volksgruppe wurde sein Tod als großer Verlust bezeichnet. Ivancsics habe sich unermüdlich für Sprache, Kultur und Identität der burgenländischen Kroaten eingesetzt und deren Interessen mit Nachdruck vertreten, hieß es.
Neben seinen Funktionen im HKDC war Ivancsics unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der burgenländischen Kroaten im Bundeskanzleramt. Für seine Leistungen erhielt er im Jahr 2025 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Burgenland.
Als Büroleiter von Landeshauptmann Niessl galt er zudem als wichtiger Wegbereiter zahlreicher Initiativen der Landesregierung. Auch nach seinem Wechsel in die Privatwirtschaft blieb er dem Burgenland verbunden und übernahm Verantwortung in der Geschäftsführung der Siedlungsgenossenschaft „B-Süd“.
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