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Die Marillenernte startet im Burgenland mit einem bitteren Beigeschmack

Trotz vereinzelter Frostschäden rechnen die Produzenten mit guter Qualität. Doch Bio-Marillen sind auf dem absteigenden Ast.
Drei Männer und die Marillenkönigin mit Schärpe und Dirndl ernten gemeinsam reife Marillen von einem Baum in einer sonnigen Obstplantage.

Anfang Juli beginnt in Kittsee die Hauptsaison. In der 3.800-Einwohner-Gemeinde, die nur einen Marillenkernwurf von der slowakischen Grenze entfernt ist, stehen an die 30.000 Marillenbäume. Und die tragen Ende Juni schon die ersten reifen Früchte.

Die Erwartungen an die Ernte 2026 sind vorsichtig optimistisch: Die Menge dürfte durchschnittlich ausfallen, die Qualität der Früchte ist vielversprechend.

Reife, orangefarbene Marillen hängen an einem Baum zwischen grünen Blättern.

Die „Ungarische Beste“ wächst in Kittsee am besten. 

Am Dienstag luden die Kittseer Obstbauern gemeinsam mit Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich zu einer ersten Kostprobe in Burgenlands größtem Marillengarten ein.

Mehr als die Hälfte der 81 Obstbaubetriebe im Land, die Marillen kultivieren, befinden sich in Kittsee – 45 an der Zahl. Sie hatten es in den vergangenen Jahren nicht leicht: Frost, Hagel und Pilzkrankheiten führten immer wieder zu Ernteausfällen.

Stellenweise Frostschäden

Auch heuer zeigt sich ein uneinheitliches Bild. „Es gibt streifenweise Gebiete mit starken Frostschäden und dann wiederum Obstgärten mit vielen Früchten und keinen Schäden“, berichtet Josef Maurovich, Obmann des Vereins „Kittseer Marille“. Die bisherige Trockenheit habe nach aktuellem Stand noch keine nennenswerten Auswirkungen verursacht.

Der Stellenwert der süßen Frucht ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Während im Jahr 2000 auf rund 58 Hektar 214 Tonnen geerntet wurden, lag die Erntemenge im Vorjahr bei 578 Tonnen auf 81 Hektar. Die Anbaufläche im Burgenland ist damit innerhalb von 25 Jahren um rund 40 Prozent gewachsen.

Bio-Flächen schrumpfen

Weniger erfreulich entwickelt sich der Bio-Anbau. „Leider setzt sich der Trend fort, dass es immer weniger Bio-Marillenbäume gibt“, sagt Maurovich. Viele Betriebe würden wegen steigender Ausfallrisiken wieder auf konventionelle Bewirtschaftung umsteigen.

Die traditionelle Kittseer Sorte bleibt die „Ungarische Beste“. Sie ist besonders gut für das pannonische Klima geeignet. Neben dem Frischverkauf werden die Früchte auch zu Marmelade, Nektar und Schnaps verarbeitet.

Der Kilopreis bleibt heuer unverändert bei fünf Euro. Der Großteil der Ernte wird direkt an Konsumenten verkauft. Über die Online-Marillenbörse (kittseer-marille.at), können die verfügbaren Bestände bei den einzelnen Produzenten abgefragt werden.

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