Lehrlingspro­b­le­ma­tik: "Niveau stark gesunken"

Foto: GNEDT/KURIER

Fachkräfte im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind gefragt, doch die Betriebe finden keine Lehrlinge.

Lehrlinge dringend gesucht. Das ist leider kein Schlagwort, sondern bittere Realität", erklärt Stefan Hofer, Innungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker. Obwohl die Branche ein vielfältiges Berufsbild bietet und die Verdienstmöglichkeiten sehr gut sind, fehlt es an geeigneten Lehrlingen und in der Folge künftig an Fachkräften.

Verantwortung

"Es gibt Betriebe, die seit drei Jahren nach geeigneten Lehrlingen suchen", schildert Hofer. Die Gründe dafür seien vielfältig. In erster Linie sei es aber ein Problem, dass immer mehr Jugendliche in höher bildende Schulen drängen. "Wer heute einen Bleistift halten kann, kann auch in eine HTL gehen. Das Niveau in den Schulen ist in den vergangenen Jahren stark gesunken. Dementsprechend gesunken ist auch das Niveau bei vielen Lehrstellensuchenden", sagt Hofer unverhohlen.

Viele Jugendliche seien Sitzenbleiber, die mit der dritten Hauptschule bereits ihre neun Pflichtschuljahre absolviert hätten. "In diesen Fällen reicht der Bildungsgrad für unseren Beruf nicht aus. Unser Beruf ist ein äußerst verantwortungsvoller. Ein Fehler kann existenzgefährdend sein", betont Hofer, der den 1100 burgenländischen Mitarbeitern der Branche ein gutes Zeugnis ausstellt: "Sie alle sind Fachleute mit einem hohen technischen Wissensstand."

Josef Fuchs, der sich als Lehrlingswart um die Ausbildungsangelegenheiten der Branche kümmert, bedauert, dass im Burgenland das Handwerk keinen hohen Stellenwert besitzt. "In Vorarlberg schließen mehr als die Hälfte der Jugendlichen einen Lehrberuf ab, im Burgenland sind es gerade einmal 25 Prozent", erklärt Fuchs. Dabei hat das Handwerk noch immer goldenen Boden. Junge Monteure verdienen rund 2300 Euro. "Gute Fachkräfte sind gefragt und können auch ein dementsprechendes Gehalt verlangen", erläutert Fuchs.
Derzeit werden pro Jahr rund 20 Lehrlinge zum Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker ausgebildet, mindestens 50 würde die Branche im Burgenland aber brauchen.

(kurier) Erstellt am
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