Land Burgenland will auch für Gemeinden arbeiten
Das Burgenland geht gern eigene Wege. Auch in der Landesverwaltung. So wurde im Zuge der Neuaufstellung der bisherigen Baudirektion inmitten der hoheitlichen Landesverwaltung ein Betrieb gewerblicher Art gegründet: die „Bau und Betrieb Burgenland“ (BBB). Eine Eingliederung in die Landesholding wurde diskutiert, aber verworfen.
Wozu die BBB? Künftig sollen „Services schneller bereitgestellt, Planungs- und Bauvorhaben zügiger umgesetzt und die Instandhaltung der Infrastruktur verlässlicher geplant werden“, erwartet sich der zuständige Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ).
Darüber hinaus sollen Leistungen auch für Dritte, etwa Gemeinden oder Landesbeteiligungen erbracht werden. Dorner räumt aber ein, dass man im Reformprozess erst am Anfang stehe.
Die BBB besteht aus den operativen Teilen der bisherigen Baudirektion (Bau, Erhaltung und Betrieb von Landesstraßen; Winterdienst und Grünraummanagement), die im Zuge der kleinen Verwaltungsreform aufgeteilt wurde. Statt eines Abteilungsvorstands hat die BBB einen Geschäftsführer – Johann Thiesz. Der Mittelburgenländer war zuletzt bei Group EAD mit Standorten in Frankfurt und Madrid beschäftigt, das Unternehmen bietet Dienstleistungen im Rahmen der Flugsicherung.
Thiesz, der nach 20-jähriger Tätigkeit im Ausland beruflich heimkehren wollte, ist zunächst für ein Jahr bestellt. In dieser Zeit erfolgt laut seinem unmittelbaren Vorgesetzten, Gruppenvorstand Manfred Riegler, die Ausschreibung für diese Position. Das Geschäftsführergehalt entspreche in etwa dem eines Abteilungsvorstands, so Riegler. Das sind laut jüngsten Ausschreibungen zwischen 8.300 und 10.300 Euro brutto im Monat.
500 Mitarbeiter
Die nicht-operativen Teile der Baudirektion finden sich in der Abteilung 5, die jetzt „Wasser, Klima und Energie“ heißt und interimistisch vom bisherigen Chef der Baudirektion, Wolfgang Heckenast, geleitet wird. Für die 500 Mitarbeiter der BBB soll sich nichts ändern, versicherten Dorner und Riegler. Sie bleiben Landesbedienstete unter den gleichen dienstrechtlichen Rahmenbedingungen.
Dass die BBB privaten Anbietern Aufträge wegschnappen könnte, glaubt Dorner nicht. Gärtner etwa hätten kaum die großen Geräte, um Mäharbeiten entlang von Straßen durchzuführen. Dorner: „Da kommen wir niemandem in die Quere.“
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