"Lage für Trafikanten ist trist"

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Die Zahl der Trafikanten ist in den letzten Jahren geschrumpft. Schuld ist die unterschiedliche Tabaksteuer in der EU.

Freitag Vormittag im Einkaufszentrum Sopron Plaza nahe der burgenländischen Grenze. Die Tabaktrafik ist gut gefüllt. Zahlreiche Kunden verlassen das  Geschäft mit Plastiksackerln, aus denen stangenweise Rauchwaren herausschauen. "Das ist unser Hauptproblem", beklagt Hannes Dragschitz, Obmann der burgenländischen Tabaktrafikanten. "Es ist nicht gerecht, dass die Tabaksteuer in den EU-Ländern unterschiedlich hoch ist", kritisiert der Trafikant. So betrage sie etwa in Österreich 120 Euro pro 1000 Stück Zigaretten, in Ungarn aber nur zwischen 70 und 80 Euro. Dragschitz warnt vor ausländischen Rauchwaren: "Es handelt sich hier oft um Fake-Produkte, die in China erzeugt wurden. Bei Analysen hat man in diesen Zigaretten schon Abfallreste und Rattenkot gefunden."

Die Lage für die heimischen Trafikanten sei trist. Ihre Anzahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent verringert. 313 sind es aktuell noch.

Diese sehen sich mit einer Vielzahl an Problemen konfrontiert. "Vor einem Jahr kamen von 20 Zigaretten einer Packung 14 dem Staat zugute, jeweils drei Stück der Industrie sowie den Trafikanten. Mittlerweile fischt sich der Staat durch die gestiegene Tabaksteuer bereits 15 Zigaretten aus einer Packung", rechnet Dragschitz vor. Die durchschnittliche Handelsspanne sei von 14,5 auf nur noch 12,5 Prozent des Verkaufspreises gesunken.

Preisumstellung 

Verärgert sind die Trafikanten auch über die permanente Änderung der heimischen Tabaksteuer, die eine dauernde Preisumstellung im Geschäft und an den Automaten nach sich ziehen würde.  "Wir müssen gegenüber den Kunden Rede und Antwort stehen, obwohl sich das Preishick-Hack unmittelbar auf die Handelsspanne der Trafikanten niederschlägt", kritisiert Dragschitz, der am Sonntag mit seinen Kollegen in der Wirtschaftskammer tagt. Dabei sollen  aktuelle Probleme erörtert und Forderungen formuliert werden.

"Wir fordern eine Anhebung der Handelsspanne für alle Tabakwaren, die Industrie soll den Preiskampf selbst tragen. Wenn schon Preiserhöhungen, dann ausgewogen und nicht auf dem Rücken der Trafikanten." Außerdem verlangen die Trafikanten, dass die Tabakwaren vom freien Warenverkehr herausgenommen werden und diese  Maßnahme auch streng kontrolliert wird.

Erstellt am 21.04.2012