Kurze Verstimmung zwischen Blau und Türkis

Vor einem Gebäude wehen die Flaggen von Österreich, Spanien und der EU.
Eine Terminkollision brachte die FPÖ auf die Palme.

Sind mit dem Abgang von Norbert Hofer als FPÖ-Klubchef auch die Brücken zur zweiten Oppositionspartei ÖVP abgebrochen?

Diesen Eindruck vermittelte vergangene Woche eine geharnischte Aussendung der Freiheitlichen. "Die ÖVP liefert derzeit ein Paradebeispiel, wie politische Ideenlosigkeit aussieht“, beklagte FPÖ-Mandatar Markus Wiesler, dass die Türkisen bloß noch "FPÖ-Themen kopieren“.

Rute im Fenster

Dieses Vorgehen sei "kein Zufall, sondern hat Methode“, stellte Vizeklubchef Wiesler der kleineren Oppositionspartei schließlich demonstrativ die Rute ins Fenster: "Das derzeitige Vorgehen der ÖVP macht eine sachliche Zusammenarbeit massiv schwieriger“.

"Ein Missverständnis“

Was nach tiefgreifendem Zerwürfnis klingt, war "nur ein Missverständnis“, versichern der blaue Neo-Klubobmann Christian Ries und sein ÖVP-Visavis Bernd Strobl. Im Zuge der aktuellen Debatte nach den Asbestfunden im Mittel- und Südburgenland habe die ÖVP ohne böse Absicht zeitgleich mit der FPÖ eine Pressekonferenz angesetzt.

 „Das tut uns leid“, sagt Strobl. Alles sei wieder im Lot, er werde mit Ries genauso gut zusammenarbeiten wie mit dessen Vorgänger. Hofer kenne er besser, aber "Ries ist absolut in Ordnung“, so der Ollersdorfer Bürgermeister Strobl.

Auch für den Ruster Ries ist die Irritation erledigt, die Gesprächsbasis zu Strobl sei „grundsätzlich sehr gut“. Mit ihm als Klubchef habe sich die Linie der FPÖ nicht verändert, so Ries. Die Blauen würden weiterhin Oppositionspolitik machen, "zum Teil in Kooperation mit der Volkspartei und zum Teil eigenständig“.

Kommentare