Kroatisch-deutsche Volksschule soll im Herbst 2027 starten

In Wien ist ein zweisprachiges Bildungszentrum vom Kindergarten bis zur Matura geplant.
Volksgruppen

Auf dem Weg, in Wien ein zweisprachiges, kroatisch-deutsches Schulzentrum zu errichten, haben die Initiatoren ein wichtiges Etappenziel erreicht: Am 6. September 2027 soll mit einer ersten Klasse eine private Volksschule mit Öffentlichkeitsrecht eröffnet werden.

Voranmeldungen sind im November des heurigen Jahres, fixe Anmeldungen im Februar 2027 möglich. Das zehn Mal pro Jahr zu entrichtende Schulgeld soll um die 275 Euro betragen. Vorerst soll die Volksschule in der tschechisch-slowakischen Komenský-Schule im dritten Wiener Gemeindebezirk unterkommen.

„Ab 2028 ist der Bau einer eigenen Volksschule in der Nähe geplant“, sagt der Burgenlandkroate und frühere langjährige Chefredakteur der kroatischen Wochenzeitung Hrvatske Novine, Petar Tyran, für den das zweisprachige Schulzentrum ein Herzensanliegen ist.

Kindergarten bis Matura

Wie berichtet, engagieren sich Tyran und Gabriela Novak-Karall vom Kroatischen Zentrum in Wien (Beč) seit Jahren für ein Bildungszentrum.

Zusätzlich zu dem seit 1993 bestehenden zweisprachigen Kindergarten im Kroatischen Zentrum soll es eine Volksschule und ein Gymnasium (oder eine Mittelschule) geben. Zwar besteht seit mehr als 30 Jahren ein zweisprachiges Gymnasium in Oberwart, aber fürs Nordburgenland und den Großraum Wien fehle ein vergleichbares Angebot mit Kroatisch ab der ersten Sekundarstufe. Das geplante Angebot „vom Kindergarten bis zur Matura würde dieses Manko zumindest teilweise abdecken“, so Tyran.

Zu diesem Zweck wurde der Schulverein „Resetaric“ (nach den Resetarits-Brüdern) als Trägerverein gegründet, Obfrau ist Novak-Karall. Wien sei als Standort gewählt worden, weil rund ein Drittel der burgenländischen Kroaten in der Bundeshauptstadt lebe und es außerdem eine „große kroatische Gemeinschaft in Wien gibt, die seit dem EU-Beitritt Kroatiens ständig wächst“, sagt Tyran.

Nächstes Etappenziel ist die Mittelschule oder eine AHS. Bis Anfang der 2030er Jahre hat man Zeit.

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