Chronik | Burgenland
14.01.2012

„Katamaran“ in Rust: Jetzt muss ein Lift eingebaut werden

Das lange Tauziehen hat ein Ende: Das mit Fördermitteln errichtete Lokal am Neusiedler See muss barrierefrei werden.

Sie entwickelte sich fast zu einer unendlichen Geschichte. Die Auseinandersetzung um den nicht errichteten Behindertenlift im Seerestaurant Katamaran in Rust. Freitagmittag kam dann die überraschende Wende. Wie dem KURIER aus der zuständigen Abteilung 5 beim Amt der Burgenländischen Landesregierung mitgeteilt wurde, muss das Lokal in allen Bereichen barrierefrei werden.

Zur Vorgeschichte: Wie mehrfach berichtet, übte der Österreichische Zivilinvalidenverband (ÖZIV) heftige Kritik, weil der geplante Lift nicht gebaut wurde, obwohl Neubauten, die mit öffentlichen Geldern gefördert werden, barrierefrei sein müssen. „Auch das Behindertengleichstellungsgesetz schreibt barrierefreies Bauen vor“, hatte ÖZIV-Burgenland-Präsident Hans-Jürgen Groß stets betont.

Unerreichbar

Doch der Eissalon im ersten Stock samt Sonnenterrasse mit Blick auf den See ist für Menschen mit Mobilitätsbeeinträchtigung ebenso wenig erreichbar wie für Familien mit Kinderwagen.

„Der behindertengerechte Aufzug war wesentlicher Bestandteil des Entwurfs, auf Grund dessen wir unter anderem den Auftrag erhalten haben. Der Lift wurde projektiert, geplant, behördlich eingereicht und auch genehmigt“, erzählt Architekt Tomm Fichtner im KURIER-Gespräch. Selbst die aufwendige, wasserdichte Liftgrube im Neusiedler See, sowie der Liftschacht aus massivem Brettschichtholz wurden ausgeführt. Obwohl Fichtner immer wieder auf die Notwendigkeit des Lifts hingewiesen habe, soll der damalige Pachtanwärter kein Interesse an einem Behindertenlift gezeigt haben und wollte lieber eine Klimaanlage. Schließlich sprang der Interessent ganz ab.

Die Volksanwaltschaft schaltete sich ein und verlangte von der Landesregierung als Oberbehörde eine Stellungnahme zur Causa Katamaran. Trotz mehrmaliger Urgenz stellte man sich dort jedoch taub. Und auch vor der ORF-Sendung Bürgeranwalt am Samstag drückte sich der angemeldete Vertreter des Landes.

Nun lenkte man doch ein: „Die Barrierefreiheit muss zur Gänze hergestellt werden. Das war ja auch so in der Genehmigung vorgesehen“, bestätigt nun die Abteilung 5. Außerdem würde man nun alle aufsichtsbehördlichen Genehmigungen zum Katamaran überprüfen.

INFO:Bürgeranwalt, 17.30 Uhr, ORF2