Kampfabstimmung ums Amt des Gemeindebundpräsidenten
Um das Präsidentenamt im ÖVP-Gemeindebund herrscht ein größeres Griss als um den Posten des Parteiobmanns.
Wir erinnern uns: Nach dem Absturz bei der Landtagswahl vor gut einem Jahr wollte zunächst niemand die nur mehr drittstärkste Partei übernehmen, am Ende gab es plötzlich zwei Kandidaten. Eine Kampfabstimmung konnte verhindert werden – indem die Macht zweigeteilt wurde: Christoph Zarits, der als Nationalrat ohnehin nicht in den Landtag wechseln konnte, wurde Parteiobmann, Bernd Strobl Klubchef.
Und bei der türkisen Teilorganisation, die rund 70 der 171 Bürgermeister vertritt? Dass die Bürgermeister Markus Ulram aus Halbturn und Johannes Mezgolits aus Donnerskirchen antreten, ist de facto schon länger bekannt.
Und dass bei der Wahl durch die Landesversammlung am 6. März noch weitere Bewerber – und, was zu wünschen wäre, auch Bewerberinnen – antreten, gilt unter türkisen Ortschefs als sehr wahrscheinlich. Dafür reicht die schriftliche Bewerbung eine Woche vor der Landesversammlung.
Dass der Gemeindebundpräsident begehrter ist als der Parteichef, liegt zum Teil daran, dass die Volkspartei in den Kommunen noch einigermaßen auf Augenhöhe mit den Sozialdemokraten ist, während die frühere Regierungspartei im Land seit einem Jahrzehnt auf der Oppositionsbank ausharren muss und dabei stetig schrumpft.
Nichts mehr zu besetzen
Die Kampfabstimmung um den Sitz des ÖVP-„Oberbürgermeisters“ ist aber auch Indiz, dass die Volkspartei kaum noch prestigeträchtige, geschweige denn lukrative Positionen zu besetzen hat. Landtagsmandatar Ulram musste den Klubchef an Strobl abgeben. Mezgolits verlor sogar das Landtagsmandat.
Da wirkt der Gemeindebundpräsident als Trostpflaster. Als Aufwandsentschädigung gibt es 14 Mal im Jahr ein mittleres Bürgermeistergehalt, irgendwo zwischen 3.200 und 6.200 Euro brutto monatlich.
Mehr verrät der Gemeindebund nicht.
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