Juwelier: Serbe weist Vorwürfe zurück

Jener Serbe, der in Wien in U-Haft sitzt und als Haupttäter im Fall Hohensteiner gilt, will mit dem Fall nichts zu tun haben.

Seit Mitte September sitzt in Wien jener Serbe in U-Haft, der am 28. November 2005 einer der Männer gewesen sein soll, die in der Eisenstädter Fußgängerzone den Juwelier Hohensteiner überfallen haben. Er soll auch den Schuss auf den jungen Uhrmacher abgegeben haben, der das Trio verfolgte. Das Opfer ist seither ein schwerer Pflegefall. Der 27-jährige Tatverdächtige, der auf seinen Prozess in Eisenstadt wartet, hat sich einen prominenten Verteidiger ausgesucht. Niemand geringerer als der Wiener Rechtsanwalt Rudolf Mayer vertritt den Mann. "Mein Mandant weist jeden Vorwurf zum Raubüberfall als auch zum versuchten Mord entschieden zurück", sagt Mayer. Sein Mandant habe mit der Sache nichts zu tun, so Mayer, der damit signalisiert, wie er wohl die Verteidigung anlegen wird.

Puzzle

Die Klärung dieses Raubüberfalles stellte die Kriminalisten vor enorme Herausforderungen. Denn schon bald nach dem Überfall hatte sich herausgestellt, dass die sichergestellten Spuren im Fall Hohensteiner mit Spuren von schweren Straftaten aus anderen Ländern ident waren und man es mit Vollprofis zu tun hat.
Wem diese Spuren genau zuzuordnen waren, war jedoch noch nicht bekannt.

Ausgehend vom sichergestellten Fluchtfahrzeug, das auf besondere Weise präpariert war, rollten die Ermittler Kfz-Diebstähle der Vergangenheit neu auf und fanden schließlich in einem Pkw den entscheidenden Fingerabdruck eines inhaftierten Serben, der zwar nicht an der Eisenstädter Tat beteiligt war, aber Kontakt zu den mutmaßlichen Tätern hatte.

Einer internationalen Ermittlungstruppe gelang schließlich die Identifizierung der Verdächtigen. Von da an standen die Männer unter Beobachtung der Polizei, die einen günstigen Augenblick abwartete, um zugreifen zu können. Am 18. Dezember 2006 klickten in Belgrad und Österreich die Handschellen.

Durch diese Festnahmen konnten auch weitere 60 schwere Diebstähle und Raubüberfälle geklärt werden. Die analysierten Daten waren enorm. Sie füllen unglaubliche 160.000 A4-Seiten.

Der Hauptverdächtige im Fall Hohensteiner ist bereits in Deutschland wegen 11 Verbrechen verurteilt worden. Wann ihm in Österreich der Prozess gemacht wird, steht noch nicht fest.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011