Chronik | Burgenland
25.02.2018

Jungwinzer: Bio ist am Heideboden logisch

Für Martin Kaintz kommt eine herkömmliche Produktion nicht in Frage.

"Es ist eine kreative Arbeit, die einen immer wieder neu herausfordert. Auch wenn ich selbstständig bin, habe ich doch eine Chefin: Sie nennt sich Mutter Natur." Wenn Martin Kaintz über Wein redet, schwingt Leidenschaft mit. Der Jungwinzer aus Frauenkirchen hat eindeutig seine Berufung gefunden, das ist nicht zu überhören. Martin Kaintz betreibt das Bioweingut Heideboden in dritter Generation. Früher noch herkömmlich, wurde die Produktion 1990 auf bio umgestellt. "Mein Vater war einer der ersten Bio-Landwirte in Österreich", erzählt er. "Damals wurde es noch belächelt, aber gerade jetzt weiß ich den mutigen Schritt meine Vaters sehr zu schätzen. Für mich gibt es nur diese eine Variante gesunde Lebensmittel zu erzeugen und nachhaltig zu wirtschaften."

Das Image von Wein habe sich in den vergangenen Jahren verändert: "Das Image von Wein wird immer interessanter und jünger." Das zeigt sich unter anderem auch im Jungbauernkalender, in dem Martin Kaintz 2015 abgelichtet war. "Viele in meinem Umfeld meinten, ich soll es versuchen, also habe ich mich beworben."

Der Grundstein für den Weinbau wurde in der landwirtschaftlichen Fachschule in Eisenstadt gelegt. "Ich konnte damals zwischen Ackerbau- und Weinbau wählen. Die Entscheidung fiel mir leicht. Für mich war schon immer klar, was meine Berufung sein sollte, obwohl auch Obstbau eine Faszination auf mich ausübte." Nach der Ausbildung wurde ihm schließlich der elterliche Weinbaubetrieb übergeben.

Verbindung

Schon bald kam er zu dem Entschluss, seine beiden Leidenschaften – Wein- und Obstbau – zu vereinigen. "Ich informierte mich, welche Obstsorten für die Weinproduktion geeignet wären und welche in unserer Region mit dem pannonischen Klima und den vielen Sonnenstunden gut gedeihen würde. Außerdem musste sie für den biologischen Anbau geeignet sein", erzählt der Jungwinzer. So kam er auf die Erdbeere. Noch im selben Jahr pflanzte er den ersten Erdbeergarten und im darauffolgenden Jahr gab es bereits den ersten Bio-Erdbeer-Frizzante.

"Mit einem dieser ersten Jahrgänge erhielt ich auch Auszeichnungen, wodurch mein Betrieb Stück für Stück bekannter wurde. Mein Plan ging auf", freut er sich.

Messwein

Besonders stolz ist er auf den Messwein für die Basilika in Frauenkirchen, der nun schon in zweiter Generation hergestellt wird.

"Beim Messwein gibt es bestimmte Richtlinien, denen man folgen muss. Mein Vater und der damalige Pfarrer haben getüftelt, welche Linie der Wein haben soll. Sie sind zu dem Entschluss gekommen, dass es ein Cuvée aus den Sorten Muskat Ottonel, Rheinriesling und Traminer werden soll."

Der Begriff Heideboden, der dem Weingut den Namen gibt, bezeichnet einen Landstrich um die Gemeinde Frauenkirchen, der von der Parndorfer Platte im Norden, dem Hansag im Süden und dem Seewinkel begrenzt wird. "Ich bin dankbar hier leben zu können und wusste schon immer, dass ich hier arbeiten möchte. Für mich gibt es keinen schöneren Fleck auf Erden."