Burgenlands Jugend: 80 Prozent zufrieden – doch viele wollen weg

Der Jugendreport 2026 zeigt: Die Mehrheit der Jugendlichen ist zufrieden, viele sehen ihre Zukunft aber nicht im Burgenland.
Drei Jugendliche liegen auf einer Wiese und lernen gemeinsam mit Heften und Stiften.

Jugendliche leben gern im Burgenland – aber viele sind nicht sicher, ob sie auch bleiben wollen. Das ist nur ein Ergebnis des unlängst präsentierten Jugendreports 2026. Geschätzt werden Ruhe, Natur und soziale Vertrautheit, die Schwächen liegen in fehlender Mobilität, Freizeit, Infrastruktur und beruflichen Perspektiven.

Die gute Nachricht: Über 80 Prozent sind mit ihrer Lebensqualität zufrieden, ebenso sehen zwei Drittel ihre persönliche Zukunft eher positiv. Trotzdem ist die langfristige Bindung an das Bundesland nicht selbstverständlich. Laut Bericht sehen 41,9 Prozent der Befragten ihren künftigen Lebensmittelpunkt im Burgenland, 44,4 Prozent hingegen außerhalb des Landes oder überhaupt nicht in Österreich.

Alles eitel Wonne, oder?

Die Mobilität wird insgesamt eher schlecht beurteilt. Öffentliche Verkehrsangebote seien wenig bedarfsgerecht, ohne Fahrgemeinschaften oder Unterstützung der Eltern sei es schwer, von A nach B zu kommen. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede. In Neusiedl am See sind fast acht von zehn mit dem Öffi-Angebot sehr oder eher zufrieden. In Jennersdorf sind fast 26 Prozent sehr unzufrieden. Problematisch sind auch fehlende jugendgerechte Freizeitangebote. Häufig gewünscht wurden bessere öffentliche Verbindungen, mehr leistbarer Wohnraum, sichere Arbeitsplätze und mehr jugendgerechte Räume.

Fünf Personen stehen nebeneinander in einem Raum mit Holzverkleidung und einer rot-gelben Wanddekoration.

Der Jugendreport ist Auftrag an die Landespolitik.

Bei Gesundheit und Wohlbefinden zeigt der Report ein ambivalentes Bild. Neun von zehn schätzen ihren Gesundheitszustand als eher gut ein. Gleichzeitig gibt es viele Beschwerden wie

  • Nervosität und Unruhe (70 %),
  • Konzentrationsprobleme (63,7 %),
  • Rücken- (58,8 %), oder
  • Kopfschmerzen (55 %) und Schlafprobleme (50 %).

Dazu kommt psychischer Druck. Ein Viertel gab an, bereits psychologische, psychotherapeutische oder psychosoziale Unterstützung in Anspruch genommen zu haben, fast jeder Fünfte hätte aktuell ein Bedürfnis nach solchen Angeboten. Belastend sind

  • Leistungsdruck (52,7 %),
  • Kriege (49,6 %),
  • soziale Medien (37,5 %) und
  • Einsamkeit (36 %).

Weibliche und diverse Jugendliche berichteten deutlich häufiger von Belastungen und Beschwerden.

„Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir daran arbeiten und Räume schaffen müssen, in denen sich junge Menschen entfalten, einbringen können und auch betätigen können“, sagt Landesrätin Daniela Winkler.

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