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Wie zwei Brüder aus dem Seewinkel Europa bewässern

2016 gründeten Dominik und Lukas Weber einen Onlineshop für Bewässerungstechnik. Heute liefert ihr Unternehmen in 18 Länder.
Zwei Männer in blauen Kapuzenjacken stehen vor einem modernen Firmengebäude mit der Aufschrift „RT Weber“.

Vor zehn Jahren starteten Dominik und Lukas Weber mit einer Idee und zwei Seecontainern. Heute liefert ihr Unternehmen "irripart24" Bewässerungstechnik in 18 Länder Europas.

Was wie eine Startup-Geschichte aus dem Silicon Valley klingt, begann mitten im Seewinkel – einer Region, in der Wasser seit jeher ein entscheidender Faktor für die Landwirtschaft ist.

Das Erfolgsgeheimnis: Die Brüder Weber erkannten früh eine Marktlücke. Während viele Branchen längst auf Onlinehandel setzten, war professionelle Bewässerungstechnik kaum im Internet verfügbar. „Im Netz gab es praktisch keine professionellen Anbieter für landwirtschaftliche Beregnung. Gleichzeitig wussten wir, wie stark unser Sortiment bereits war. Da entstand die Überzeugung: Wenn wir das richtig aufbauen, können wir in diesem Markt etwas bewegen“, erinnern sich die Gründer.

Viele Bestellungen - und kein Verpackungsmaterial

Der Beginn war alles andere als glamourös. Als Lager dienten zwei Seecontainer, investiert wurde vor allem in Software, Logistik und Automatisierung. Dass die ersten Bestellungen schneller eintrafen als erwartet, brachte die Gründer zunächst sogar in Schwierigkeiten. „Wir dachten, dass es Wochen oder Monate dauern würde, bis überhaupt die ersten Bestellungen kommen. Doch schon in der ersten Woche hatten wir elf Bestellungen auf einmal – aber kein Verpackungsmaterial. Wir mussten tatsächlich Kunden anrufen und erklären, dass wir noch nicht sofort versenden können.“

Zwei Männer in T-Shirts mit dem Logo von irriport24 gehen durch einen Lagergang zwischen hohen Regalen mit Waren.

Dominik und Lukas Weber

Aus den zwei Containern wurden bald vier, später kamen weitere Lagerflächen hinzu. Den entscheidenden Wachstumsschub brachte ausgerechnet die Corona-Pandemie. Mit dem Boom des Onlinehandels stiegen auch die Bestellungen. 

Boom dank Corona

2021 eröffnete das Unternehmen ein 2.000 Quadratmeter großes Lager für rund 8.000 verschiedene Artikel. Heute beschäftigt "irripart24" 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wickelt rund 1.000 Bestellungen pro Woche ab und verschickt an Spitzentagen bis zu 200 Pakete quer durch Europa.

Die Nachfrage dürfte weiter steigen. Zunehmende Trockenperioden und der Wunsch nach effizientem Wassermanagement rücken moderne Bewässerungssysteme stärker in den Fokus. 

Trockenheit als Bedrohung - und Chance

Sensoren, digitale Steuerungen und automatisierte Anlagen können den Wasserverbrauch laut Unternehmen um 20 bis 50 Prozent senken. Die Webers sind überzeugt: „Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Deshalb wird effiziente Bewässerung in Zukunft alternativlos sein. Die Systeme werden stärker automatisiert, und auch KI ist ein Thema“.

Trotz internationaler Expansion und einem Status als etablierter europäischer "Nischenplayer" wollen die Brüder ihrem Kurs treu bleiben. Das Ziel sei weiteres Wachstum, ohne den familiären Charakter des Unternehmens aufzugeben. 

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