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HTL-Schüler bauen einen Jet: Wenn die Diplomarbeit abhebt

Vier Maturanten entwickelten Modellflugzeug mit besonders leisem Jet-Antrieb. Es könnte bald als Bausatz erhältlich sein.
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Am Anfang war ein weißes Blatt Papier. Doch schon mit den ersten Bleistiftstrichen entstand eine Vision – für eine bemerkenswerte Innovation in der Welt der Modellflugzeuge.

Ein kostengünstiger Jet sollte es werden, der aufgrund seines besonders leisen Elektroantriebs auf allen Modellflugplätzen Österreichs starten kann, ohne gegen Lautstärke- und Umweltbestimmungen zu verstoßen.

Diese ehrgeizige Vision stammt von keinem etablierten Hersteller, sondern von vier Schülern. Simon Walcher, Anton Gröbl, Julian Fischer und Daniel Netzer legen dieser Tage ihre Matura an der HTL Eisenstadt ab. Genauer: an der dortigen höheren Abteilung für Flugtechnik

Hunderte Arbeitsstunden

Die Konstruktion des Jets namens „Velocity X“ hat sich das Quartett als Diplomarbeit ausgesucht – nicht der schnellste und bequemste Pfad zur Matura, wie auch ihr Lehrer, Gerhard Probst, im KURIER-Gespräch betont: „Wer so etwas selber schon einmal gebaut hat, weiß, wie aufwendig das ist. Die Burschen haben das Flugzeug aber nicht nur gebaut, sondern es vom ersten Strich weg gezeichnet und berechnet“.

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Die Entstehung des Modellflug-Jets "Velocity X"

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Die Entstehung des Modellflug-Jets "Velocity X"

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Die Entstehung des Modellflug-Jets "Velocity X"

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Die Entstehung des Modellflug-Jets "Velocity X"

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Die Entstehung des Modellflug-Jets "Velocity X"

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Zum 125. Jubliäm des "Aeroclubs" Österreich soll der Einweihungsflug stattfinden. 

Um die 150 Arbeitsstunden pro Schüler seien die Norm für eine Diplomarbeit – Walcher, Gröbl, Fischer und Netzer hätten diesen Richtwert laut ihrem Betreuer „locker um das zwei-, oder dreifache überschritten“.

Planung und Bau

Einen Großteil der Arbeitszeit leisteten die Schüler zunächst am PC. Ein virtuelles Modell des Jets musste in einem 3D-Computerprogramm bis ins kleinste Detail erstellt werden.

Nachdem die digitale Version des Fliegers fertiggestellt war und alle Tests bestanden hatte, begann für die Schüler die Handarbeit: Zunächst wurden mittels 3D-Druck die Formen für die Bauteile des Rumpfs aus Glasfaser hergestellt, danach wurden die Tragflächen aus Holz gefertigt. Ihre leise Betriebslautstärke verdankt die Flugmaschine ihrem Herzstück, dem Impeller-Antrieb „Jetfan 130 Pro“.

Der fertige Jet hat eine Flügelspannweite von 2,30 Metern, ist zweieinhalb Meter lang, 14 Kilogramm schwer und bis zu 240 km/h schnell. Zwei Firmen hätten bereits Interesse bekundet, den „Velocity X“ als Bausatz auf den Markt zu bringen, verrät Gerhard Probst.

Der Einweihungsflug des Jets soll Ende Mai bei einem Fest anlässlich des 125-jährigen Bestandsjubiläums des österreichischen „Aeroclub“ über die Bühne gehen.

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