Hoteliers kritisieren zu viele Ebenen im Tourismusverband

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Burgenland
11/27/2013

Hoteliers fordern neues Tourismusgesetz

Hoteliers im Burgenland laufen Sturm gegen Strukturen des Tourismusverbandes / Neues Gesetz 2015

„Fakt ist, es geht zu viel Geld für Bürokratie drauf“, erklärt Hotelier Karl Reiter, der 550 Mitarbeiter im Burgenland beschäftigt. Sein Kollege Johann Haberl und weitere Touristiker aus dem ganzen Land haben sich zur Plattform „Tourismus im Burgenland“ formiert und fordern ein neues Tourismusgesetz.„Wir zahlen 300.000 Euro Ortstaxe im Jahr und haben nichts davon. Wenn man Steuer zahlen muss, die keinen Nutzen hat, kann man sie kippen, das ist unser nächster Schritt“, sagt Haberl. Die Ortstaxe wurde von 0,90 Euro auf 1,50 Euro angehoben. „Argumentiert wurde, dass nach der Erhöhung mehr geworben wird, aber passiert ist nichts“, sagt Haberl. Deshalb fordern die Hoteliers, dass Bezirks- und Regionalverbände abgeschafft werden. „Es braucht nur Ortstourismusverbände und einen Landesverband“, sagt Haberl. „Von den Ortstaxen sollten 70 Prozent im Ort bleiben und 30 Prozent in den Landesverband fließen“, erklärt der Hotelier.

Strukturen

Beim Burgenland Tourismus sind 22 Mitarbeiter beschäftigt. Bei 2,9 Millionen Nächtigungen ein hoher Wert, meint die Plattform, vergleichsweise habe Steiermark Tourismus 20 Mitarbeiter bei 11,1 Millionen Nächtigungen. „Viele Posten sind doppelt oder dreifach besetzt“, meint Haberl.

„Diesen Vergleich kann man so nicht machen“, sagt Tourismusdirektor Mario Baier im KURIER-Gespräch. Doppelt besetzt sei kein Posten. Es gebe Organisationen, die haben mehr als hundert Mitarbeiter und auch nicht fünf Mal so viele Nächtigungen. Die Strukturen seien im Tourismusgesetz von 1992 verankert. „Sie sind aber zu verbessern“, sagt Baier.

Evaluierung

Einfach die Bezirksebene zu streichen, wie von der Plattform gefordert, sei kurzsichtig. Schnellschüsse wolle man keine machen, es müsse ein „innovatives Konzept“ für den burgenländischen Tourismus her. Zeitnah werde es auch umgesetzt. „Ein Hotelier kann privat leicht eine Entscheidung treffen“, sagt Baier. Ein Tourismusgesetz sei weit schwieriger umzusetzen. „Bis Ende des Jahres wird noch intensiv weitergearbeitet. Parallel dazu wird bereits das neue Gesetz ausgearbeitet, mit dem Ziel, dass es mit Jänner 2015 in Kraft tritt“, betont Tourismuslandesrätin Michaela Resetar, ÖVP. Für LH Hans Niessl, SPÖ, ist ein „neues Tourismusgesetz ein Gebot der Stunde“.Den Grund für den Aufschrei der Hoteliers sieht Baier in der Nächtigungsstatistik, die für Vier- und Fünfstern-Betriebe heuer schlechter ausgefallen sei. Minus 9,2 % Nächtigungen verzeichnete man im September im Vergleich zu 2012. Andere Betriebe wie die St. Martins Therme in Frauenkirchen haben laut Baier zehn Prozent plus. Seit 2005 habe es nur Zuwächse gegeben, meint Baier.

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