Chronik | Burgenland
05.12.2011

Gute Getreideernte im Burgenland

Im Juli fürchtete die Landwirtschaftskammer eine sehr schlechte Ernte. Doch es kam anders: mehr als 300.000 Tonnen wurden geerntet.

Noch im Juli machte sich Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger Sorgen um die heurige Getreideernte: "Doch am Ende des Tages können wir eine ertragreiche Bilanz ziehen." Am 20. Juli 2011 sei man noch von einem Minus von zehn Prozent ausgegangen, jetzt steht fest, "dass die Erträge mit einer Gesamtgetreideproduktion im Burgenland von mehr als 300.000 Tonnen deutlich höher sind als 2010."

Ausschlaggebend für den besseren Ernteverlauf seien vor allem die gemäßigten Temperaturen beim Abreifen des Getreides gewesen, verbunden mit ausreichend Niederschlag ab dem Zeitpunkt der Blüte. Die normalerweise überschnelle Einreifung blieb aus, die Getreidekörner hatten in der Phase der Kornfüllung viel Zeit und konnten sich überdurchschnittlich gut entwickeln.

Unterschiede

Wenngleich die Erntemenge sehr groß sei, so gebe es jedoch im Ernteverlauf "sehr gravierende Unterschiede" in den einzelnen Regionen, meint Hautzinger. Im Bezirk Neusiedl / See etwa konnte die Haupternte am 25. Juli beendet werden. Es konnten durchwegs zufriedenstellende Erträge und Qualitäten geerntet werden.

Anders verlief das Erntewetter in den übrigen Bezirken. Vom Bezirk Eisenstadt südwärts verringerten sich die möglichen Druschtage. Bis 10. August gab es in diesen Regionen nur halb soviel Erntetage wie in einem normalen Jahr. "Die Organisation der Mähdreschereinsätze gestaltete sich daher heuer sehr schwierig", erklärt Hautzinger.

Das Jahr 2011 sei "sicherlich" kein Jahr für herausragende Getreidequalitäten. Das relativ kühle Wetter ab der letzten Juliwoche habe aber vorerst weitestgehend Qualitätsverluste bei den noch nicht geernteten Beständen gebremst. Lokal habe es bei spät geernteten Beständen Probleme mit Auswuchs gegeben. "Die Witterung vor und zur Ernte 2011 ermöglichte letztendlich sehr gute Erträge, sie war aber auch dafür verantwortlich, dass nicht überall die für das Burgenland gewöhnlich sehr guten Qualitäten geerntet werden konnten", sagt der Präsident.