© Theresa Gsellmann

Grenzübergang
03/14/2013

Nickelsdorf als Endstation für Kriminelle

688 Verdächtige wurden 2012 festgenommen und Diebesgut im Wert von 380.000 Euro sichergestellt.

von Theresa Gsellmann

Unzählige Fahrräder stehen aneinandergereiht in den Räumlichkeiten der Polizeiinspektion Nickelsdorf AGM am Grenzübergang zu Ungarn. In Containern türmen sich Autoreifen und Werkzeug, in einem eingezäunten Bereich nebenan sind gestohlene Fahrzeuge abgestellt. Es handelt sich um Diebesgut aus ganz Europa, das von den Beamten der Polizeiinspektion sichergestellt wurde. Erst am Mittwoch tappten zwei junge Ungarn in die Falle. Bei einer Fahrzeugkontrolle fanden die erfahrenen Fahnder zehn neuwertige Fahrräder, in Einzelteile zerlegt unter Decken versteckt.

Im besten Fall werden die Gegenstände an ihre Besitzer zurückgegeben. Sind diese daran nicht mehr interessiert, weil sie Ersatz angeschafft haben oder von der Versicherung entschädigt wurden, wird das Diebesgut versteigert. Am 22. März findet die nächste gerichtliche Versteigerung auf der Dienststelle in Nickelsdorf statt, kündigt Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer an. Besonders bei Flohmarkthändlern würden Werkzeug, Baumaschinen und Räder großen Anklang finden, erzählt der Dienststellenleiter Chefinspektor Josef Kinzel.

Als „Sicherheitsdienstleister für Österreich und die Europäische Union“ versteht sich die Polizeiinspektion, auf der 35 Beamte Dienst versehen. „Das ist österreichweit einzigartig, sowohl was die Zahlen als auch die Intensität der Arbeit betrifft“, lobt Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil die Leistungen seiner Leute.

Fakten

Ein Blick in die Statistik beweist die erfolgreiche Polizeiarbeit: 688 Festnahmen wurden im Jahr 2012 durchgeführt, rund 150.000 Euro an Sicherheitsleistungen und Organstrafverfügungen eingehoben, 47 gestohlene Fahrzeuge im Wert von 470.000 Euro beschlagnahmt und 154 Täter mit Diebesgut im Wert von 380.000 Euro erwischt.

Den jüngsten großen Erfolg verbuchten die Beamten Ende Februar, als fünf rumänische Staatsbürger mit Diebesgut im Wert von 30.000 Euro geschnappt wurden. „Einige Besitzer wussten noch gar nicht, dass bei ihnen eingebrochen wurde. Sie waren überrascht, als wir ihnen mitteilten, dass ihr Eigentum in Nickelsdorf beschlagnahmt wurde“, erzählt Chefinspektor Kinzel. Die Bande wurde um 4 Uhr früh aus dem Verkehr gezogen, zu einer Zeit, in der man die größten Fahndungserfolge erzielt. „Viele Täter, die um Mitternacht als Kriminaltouristen eingereist sind, kommen da von ihren Beutezügen zurück“, schildert der erfahrene Chefinspektor.

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