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Deutlich mehr Gewalt gegen Polizisten im Burgenland

Vom Innenministerium veröffentlichte Zahlen zeigen einen explosionsartigen Anstieg um 2.300 Prozent.
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Von Gernot Heigl

Während die Gewalt gegen Polizisten österreichweit um rund 5,7 Prozent zurückgegangen ist, explodierten die Angriffe im Burgenland um plus 2.300 Prozent. Insgesamt wurden 24 Beamte im Dienst zum Teil schwer verletzt. Die vom Innenministerium veröffentlichten Zahlen betreffen den Zeitraum 2023/2024.

Bekannt wurde die Statistik durch eine schriftliche parlamentarische Anfrage eines Nationalratsabgeordneten, die von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) unter der Geschäftszahl 2025-1.060.207 an Nationalratspräsident Walter Rosenkranz beantwortet wurde.

2023 nur ein Verletzter

Daraus geht hervor, dass im Burgenland 2023 ein Polizist durch Fremdeinwirkung verletzt worden ist. Ganz anders die Zahlen für 2024. Ausgewiesen sind dort: 19 leicht und fünf schwer verletzte Exekutivbeamte, somit insgesamt 24. Eine Erhöhung der Gewalt gegen Polizisten gab es im Vergleichszeitraum nur noch in Salzburg (plus 13,3 Prozent) und in der Steiermark (plus 10,5 Prozent), alle anderen Bundesländer verzeichneten einen Rückgang.

Dieser grundsätzlich positive Abwärtstrend spiegelt sich auch in der österreichweiten Jahresstatistik wider. 2023 gab es insgesamt 1.200 verletzte Beamte, 53 davon schwer – 2024 waren es insgesamt 1.132 verletzte Polizisten, 42 davon schwer.

2025 schon zehn Verletzte

Für das Jahr 2025 liegen bisher nur Daten bis September vor. Diese Teilzahlen weisen österreichweit 1.082 verletzte Exekutivbeamte aus, 37 davon mit schweren Verletzungen.

Für das Burgenland scheinen in diesem Zeitfenster bis jetzt zehn leicht verletzte Polizisten auf.

Auf die Frage zu den Ursachen, warum es im Burgenland von 2023 auf 2024 zu diesem Gewaltanstieg gegen Beamte gekommen ist, meint Oberstleutnant Helmut Marban von der Landespolizeidirektion: „Das hängt immer von den Umständen der einzelnen Amtshandlungen ab, man muss immer einen mehrjährigen Zeitraum betrachten.“

2023 war ein „Ausreißer“

Der Offizier weiter: „2023 war diesbezüglich ein abweichendes Jahr. Man darf aber auch nicht vergessen, dass beispielsweise Unfälle im Straßenverkehr in der Statistik enthalten sind. Das heißt, nicht jede statistisch angeführte Zahl ist ein gezielter Angriff. Verletzungen entstehen immer wieder auch bei körperlicher Gegenwehr bei Zwangsmaßnahmen, beispielsweise Festnahmen.“

Gefährliche Einsätze

Im Nachsatz bestätigte Marban, dass „sich die Verletzungen größtenteils im Zuge von Festnahmen ereignet haben“. Angeführt werden speziell Knieverletzungen, Zerrungen und Prellungen. Die gute Nachricht ist, dass laut dem Offizier „alle verletzten Beamten wieder im Dienst sind“.

Als Reaktion auf die statistisch belegte zunehmende Gewalt gegen Polizisten reagiert die Polizei „einerseits mit infrastrukturellen und ausrüstungstechnischen, andererseits mit Ausbildungs- und Schulungsmaßnahmen“, fasst der Oberstleutnant zusammen. Dabei führt der burgenländische Offizier einige Punkte an, etwa „flächendeckende Ausstattung mit modernen ballistischen Schutzwesten sowie die Einführung von modernen Einsatzhelmen, verbesserten Schilden und erweiterten Körperschutzsystemen“.

Modernere Waffen

Die Dienstpistolen sollen sukzessive modernisiert werden. Ausgewählte Einheiten erhalten Tasergeräte (Elektroschockpistolen). Bodycams, also an den Uniformen angebrachte Kameras, die bei Einsätzen mitfilmen, stehen ebenfalls auf dem Ausrüstungsplan.

Intensiviert werden parallel dazu Einsatztrainings zur Eigensicherung, Zugriffstechniken und taktischer Kommunikation. Verstärkt werden auch Szenarientrainings für verschiedene gefährliche Lagen, inklusive Terror- und Amokübungen, und verpflichtende Schießtrainings in kürzeren Intervallen.

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