© Koglbauer Claudia

Chronik Burgenland
03/24/2021

Geplanter Silo-Ausbau beschäftigt die Juristen

Die erlaubte Bauhöhe für den in Pöttelsdorf geplanten Ausbau des Getreidespeichers wirft Fragen auf.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Seit zwei Jahrzehnten produziert die Firma Vitakorn Biofuttermittel in Pöttelsdorf (Bezirk Mattersburg). Dass der Getreidespeicher nun erweitert werden soll, erhitzt die Gemüter.

Bei einer Sondersitzung hat sich der Gemeinderat nun „klar gegen die geplante Erweiterung des Lagersilos“ ausgesprochen.

Gleichzeitig wolle man „alles unternehmen, um eine Verbesserung der Lebensqualität aller Pöttelsdorfer zu erzielen“ – wie Bürgermeister Rainer Schuber (ÖVP), Vizebürgermeisterin Eva Schachinger (SPÖ) und Gemeindevorstand Christian Kurz (ÖVP) in einer Aussendung erklären.

Betont wurde bei der Sitzung auch, dass zwischen dem geplanten Zu- und Umbau sowie dem laufenden Betrieb und den daraus resultierenden Beschwerden der Anrainer unterschieden werden müsse.

Wie berichtet solle die Kapazität des Silos von 10.000 auf 20.000 Tonnen erweitert werden. „Damit wollen wir die Anforderungen des wachsenden Bio-Marktes erfüllen und den Standort für die kommenden Jahrzehnte sichern“, sagt vitakorn-Geschäftsführer Herbert Lugitsch.

Bebauungsrichtline

Doch dem Vorhaben könnte eine in der Gemeinde vor Jahren beschlossene Bebauungsrichtlinie entgegenstehen.

Dieser zufolge dürfen Gebäude nicht höher als 12 Meter sein. Der Speicher wäre etwa 40 Meter hoch, gibt die Vizebürgermeisterin zu bedenken.

Was gilt auf Industriegrund?

Auf KURIER-Nachfrage im Hauptreferat Landesplanung im Amt der Landesregierung ist man der Ansicht, dass die in der Gemeinde beschlossene Bebauungsichtlinie auch auf Industriegrund Anwendung finde. Darüber zu entscheiden habe die Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde, sagt Hauptreferatsleiter Peter Zinggl.

Bislang sei das Projekt noch nicht zur Bewilligung eingerichtet worden. Lugitsch stellte im Falle einer Bewilligung "positive Maßnahmen für die Bevölkerung sowie für die Umwelt" - wie u. a. eine Schallisolierung und zusätzliche Grünflächen - in Aussicht.

Widerstand von Anrainern

Bei den Anrainern stößt das Vorhaben auf Widerstand. Schon jetzt sei man durch den Betrieb von Lärm, starkem Lkw-Verkehrsaufkommen sowie Gestank betroffen, berichten Bewohner.

Bei einer von der SPÖ initiierten Unterschriftenaktion habe man bislang Signaturen aus jedem fünften Haushalt gesammelt, sagt Schachinger.

"Schwer enttäuscht"

Man nehme die Sorgen und Ängste der Bürger von Pöttelsdorf sehr ernst, erklärt Lugitsch. Man sei nun „schwer enttäuscht von der Vorgangsweise des Gemeinderates, ein Projekt, noch bevor es in allen Details und Maßnahmen öffentlich vorgestellt wurde, zu boykottieren.“

Man sehe sich gezwungen, die Rechtssituation für den geplanten Umbau von einem Rechtsanwalt umfassend prüfen zu lassen. „Danach werden wir über die weitere Vorgangsweise entscheiden und die Öffentlichkeit informieren.“

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