© Martin Horvath

Chronik Burgenland
06/08/2021

Es geht rund: Am Leithaberg ist's gut Kirschen essen

Verein setzt sich für den Erhalt der Sortenvielfalt der Leithaberger Edelkirsche. Dem Genuss kann man jetzt in der Gastronomie und beim Kirschenzauber frönen.

von Claudia Koglbauer-Schöll

Mit den Burgenländern ist’s gut Kirschen essen – davon gibt vor allem die Region rund um das Leithagebirge Zeugnis. Seit dem 18. Jahrhundert kultivieren die Bauern in der Region ihre Kirschbäume. Und gerade jetzt liegt die Leithaberger Edelkirsche wieder in aller Munde. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Damit die Sortenvielfalt der mit der Region eng verbunden Früchte erhalten bleibt, dafür setzt sich der Verein Genuss Region Leithaberger Edelkirsche ein.

50.000 Kirschbäume hatte es einst in der Region gegeben, heute sind es nur noch zwischen 5.000 bis 8.000, sagt Vereinsobfrau Rosmarie Strohmayer

Früher – vor allem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen – habe die Kirsche aus dem Leithagebirge auch einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor gehabt, schildert Strohmayer. „Es gab Zeiten, da wurden in Jois zwölf Tonnen an einem Tag geerntet.“

Oft mussten mehrere Tage aufgewendet werden, um die begehrten Früchte zu ernten, um sie dann für den Verkauf nach Wien zu transportieren. „Mit dem Erlös konnten dann etwa angeschriebene Rechnungen beim Kaufmann beglichen werden.“

Erhalt der Tradition

Heute gehe es weniger um den Faktor Wirtschaft, denn um den Erhalt der Tradition, sagt Strohmayer. Um den Bestand der alten Kirschenbäume zu sichern, wurden 2012 und 2013 in den Naturparkgemeinden Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden und Jois durch ein wissenschaftliches Projekt der Universität für Bodenkultur-Wien Kirschensortengärten angelegt.

Im Rahmen von Probennahmen waren 12 verschiedene Kirschsorten sowie 13 Lokalsorten bestimmt worden. Von der „Joiser Einsiedekirsche“ bis zur „Purbacher Hängerten“ sind sowohl die Farbpalette als auch die Geschmackserlebnisse facettenreich.

Prinz Charles begeistert

Die Wichtigkeit des Steinobstes wird auch von der internationalen Non-Profit-Organisation Slow Food, die sich u. a. für biologische Vielfalt einsetzt – anerkannt. Seit 2016 ist die Leithaberger Edelkirsche eines der besonders schützenswerten Presidio-Produkte.

Auch im britischen Königshaus wird die Edelkirsche goutiert: Bei seinem Wien-Besuch 2017 mundeten Prinz Charles und Camilla die Produkte so gut, dass sie selbige für den royalen Haushalt mit im Gepäck hatten.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der hat in der kommenden Zeit ausreichend Gelegenheit diversen Gaumenfreuden im im Rahmen des Kirschenzauberst zu frönen. Dafür sorgen die Genussproduzenten, die die Leithaberger Edelkirsche an die Gastronomie im Burgenland, Wien und Niederösterreich liefern. In ausgewählten Wirtshäusern und Restaurants kann man die süße Frucht - in verschiedenen Variationen - erleben.

In den Küchen werden Kreationen gezaubert wie etwa Rindsrouladen mit Kirschen, oder der klassische Kirschstrudel.

Kirsch- und Genussmarkt in Purbach

Einer der Höhepunkte der Saison ist der Genussmarkt am kommenden Samstag: inmitten der historischen Kellergasse in Purbach gilt es eine genussvolle Zeit rund um die (Produkte der) Leithaberger Edelkirsche zu erleben.

www.edelkirsche.at

Erdbeersaison startet mit Verzögerung

Die Nachfrage nach den süßen roten Früchten ist groß: Schon seit Wochen warten Konsumenten auf den offiziellen Start der Erdbeersaison. Wegen des kühlen und niederschlagsreichen Frühlings mussten sie sich allerdings um drei Wochen länger gedulden als in den  Vorjahren. Am Montag  erfolgte in der Erdbeergemeinde Wiesen (Bezirk Mattersburg) endlich der offizielle,  heiß ersehnte Startschuss.

Erstes regionales Freilandobst

„Die heimische Ananas-Erdbeere ist bei den Konsumenten besonders beliebt, da sie das erste saisonale und regionale Freilandobst ist“, sagt der Präsident der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Nikolaus Berlakovich.
Er rät, beim Kauf der Früchte, auf deren Herkunft zu achten oder das Obst direkt beim Bauern in der Region zu beziehen. Denn abseits des guten Geschmacks würde die Ananas-Erdbeere  durch kurze Transportwege einen Beitrag zum Klimaschutz liefern und zudem auf die  regionale Wertschöpfung Bedacht nehmen.

Etwa  40 Betriebe bewirtschaften im Burgenland  rund 69 Hektar Erdbeerfläche. Die „Wiesener Ananas-Erdbeere“ ist eine eigene Genussregion. Das Hauptanbaugebiet befindet sich im Bezirk Mattersburg, in der Region rund um Wiesen. Der größte Teil der Frucht wird im Freiland produziert. Ein kleiner Teil (etwa  zwei Prozent) wird unter geschütztem Anbau,  wie etwa im Folientunnel, gezogen. Michael Habeler, Erdbeerbauer und Vize-Präsident des  Obstbauverbandes, setzt selbst seit Jahren auf den geschützten Anbau.  „Bereits 30 Prozent unserer Ernte stammt aus Folientunneln. Mit diesen können wir unsere Ernte vor katastrophalen Wettereinbrüchen schützen“, sagt Habeler.

 

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