© A.gon Theater München

Chronik Burgenland
12/05/2011

Ein Gegenstoß mit Wortgewalt

"Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist Heinrich Bölls Reaktion auf Sensationsjournalismus, zu sehen in Kulturzentren.

von Tamara Gmaschich

Oft ist es bloßer Einfallsreichtum, mit dem Schriftsteller ihre Fantasiewelten auf Buchseiten entstehen lassen. Manchmal liegen der niedergeschriebenen Handlung auch tatsächlich Erlebtes, Erfahrungen des Autors zugrunde.

Heinrich Böll beispielsweise hat sich in seiner Erzählung "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt. Der deutsche Autor reagierte mit seinem wohl bekanntesten Werk auf die Berichterstattung der Bild-Zeitung und auf die Gewaltdebatte der 1970er-Jahre.

Böll sah sich als Opfer einer Rufmordkampagne, die ihn selbst als Sympathisant des Terrorismus hinstellte. "Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen", erklärte Böll in einem Interview.

Mit seiner Erzählung aus dem Jahre 1974 mit dem Untertitel "Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann" prangert er den Sensationsjournalismus an, ein Thema, das an Aktualität nichts verloren hat, und illustriert seine möglichen Folgen.

Bölls Titelfigur treibt die Boulevardpresse letztlich zu einer schrecklichen Tat. Anfänglich eine 27-jährige, unbescholtene Haushälterin, gerät Katharina Blum ob einer kurzen Liebesaffäre mit einem Kriminellen bald ins Visier der Terrorismusfahndung. Die junge Frau wird zum Opfer von Polizei und Sensationspresse, Wut und Verzweiflung lassen sie aber zum Täter werden.

Bühnenfassung

Schon ein Jahr nach der Veröffentlichung wurde Bölls Buch von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta verfilmt. Die deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin adaptiere es 1976 schließlich für die Bühne. Diese Fassung inszeniert das a.gon Theater München am 7. Oktober im Kulturzentrum Güssing, einen Tag später zeigt das achtköpfige Ensemble in Mattersburg auf, wie sich Böll gegen die Gewalt von Worten wortgewaltig zur Wehr setzte. Regie führt Stefan Zimmermann, Katharina Blum wird von Jenny-Joy Kreindl dargestellt. Rainer Goernemann gibt sowohl Kommissar Beizmenne als auch Dr. Blorna.

Info

Der KURIER vergibt am Montag, um 11 Uhr, 3 x 2 Karten für "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" am 8. 10. im KUZ Mattersburg unter den ersten Anrufern unter 02682 73400-15.

7. 10., KUZ Güssing, Schulstr. 6; 8.10., KUZ Mattersburg (Ausweichspielort für KUZ Eisenstadt), Wulkalände 2; jew. 19.30 Uhr; 25/22/15;€; für Güssing: 03322/42146-10, Raiffeisenbanken, 01/96 096; für Mattersburg: 02682/64680 (KUZ Eisenstadt), Esterhazystr. 5, Ö-Ticket-VVKsstellen; www.bgld-kulturzentren.at

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