Chronik | Burgenland
05.12.2011

Diözese Eisenstadt: "Klasser Bursch" soll gehen

Der Hornsteiner Pfarrer Valentin Zsifkovits soll nach Kittsee versetzt werden. Die Pfarrgemeinde ist fast sprachlos.

In der Hornsteiner Pfarrgemeinde herrscht Unmut und Ungewissheit. "Was hier bei uns passiert, ist sehr, sehr traurig", sagt eine "gläubige Katholikin", die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Der Grund ihrer Trauer: Pfarrer Valentin Zsifkovits, der seit 1995 Hornsteiner Ortspfarrer ist, soll nach Kittsee versetzt werden.

Auch ein junger Mann will nur dann etwas sagen, wenn er anonym bleibt: "Ich marschiere nicht jeden Sonntag in die Kirche. Dafür bin ich aber jeden Sonntag am Sportplatz zu finden. Und dort treff' ich auch unseren Pfarrer, der sich beim Fußball sehr gut auskennt", sagt der junge Hornsteiner, der es nicht gut empfände, wenn Zsifkovits versetzt werden würde. "Er ist ein klasser Bursch."

Nicht einfach

Für die Hornsteiner scheint es schwierig zu sein, öffentlich über ihre Sorgen zu sprechen. Selbst Pfarrvikarin Eva Trimmal hält sich bedeckt: "Solange dieses Verfahren im Laufen ist, will ich nichts sagen." Auch Pfarrer Zsifkovits will sich nicht äußern.

Marie Szinovatz zeigt sich mutiger: "Es ist eine wahre Schande, mitansehen zu müssen, wie ein Bischof anscheinend seine Position ausnützt, um eventuelle Konkurrenten unschädlich zu machen. Die Hornsteiner sollen das bittere Los der Lockenhauser Gemeinde (der KURIER berichtete) schon bald teilen, denn auch unser allseits beliebter Pfarrer soll uns genommen werden."

Dass unter der Entscheidung nicht nur die Bevölkerung, sondern auch der "engagierte Pfarrer" leide, interessiere "unseren werten Bischof Ägidius Zsifkovics anscheinend nicht im geringsten. Wo bleibt da die Menschlichkeit und Nächstenliebe?" Hinter vorgehaltener Hand stimmen viele Hornsteiner Marie Szinovatz zu.

Bitte

Bischof Ägidius Zsifkovics war nicht erreichbar. Aus dem Bischofshof war zu erfahren, es sei nachvollziehbar und verständlich, dass der Wechsel eines "beliebten Pfarrers" innerhalb der Pfarrgemeinde Enttäuschung und Unmut auslöse. Die Diözesanleitung ersuche um Verständnis dafür, "dass im Hinblick auf die Gewährleistung der Seelsorge in der gesamten Diözese unter Berücksichtigung der vorhandenen personellen Möglichkeiten und der pfarrlichen Erfordernisse, vereinzelt auch Maßnahmen gesetzt werden müssen, die auf den ersten Blick unpopulär erscheinen."