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Das Enkerl erklärt das Smartphone, doch die digitale Kluft bleibt. Viele Ältere fühlen sich online verloren – und werden zur leichten Beute für Betrüger.
Birgit Braunrath
Ältere Frau hält ein Handy ans Ohr

Das Enkerl, das den Großeltern ihr neues Handy erklärt, ist mittlerweile selbstverständlicher Teil des Generationenabkommens. Aber es ist mehr zu tun.

Menschen, die vor Beginn des Online-Zeitalters geboren wurden, die also keine digitalen Eingeborenen (Digital Natives),sondern Digital Zuagroaste aus einer analogen Zeit sind, fühlen sich mitunter verloren in der Parallelwelt des Webs.

„Das Internet“, die fremde Galaxie, verunsichert, überfordert, ängstigt die einen, sodass sie auf der Strecke bleiben und kaum noch am sozialen Leben teilnehmen, um nicht zeigen zu müssen, dass sie digitale Analphabeten sind. Andere wiederum fasziniert, verlockt, überrumpelt es, sodass sie Opfer unterschiedlicher Betrugsdelikte werden. Ein Mix aus Unwissenheit und Gutgläubigkeit wird ihnen zum Verhängnis.

Betrug und Schockanrufe

Diese Woche wurde bekannt, dass ein 70-jähriger Mann aus dem Bezirk Neusiedl binnen weniger Tage „einen mittleren sechsstelligen Betrag“ verloren habe, weil er den Gewinnversprechen einer fingierten Online-Finanzfirma getraut hatte.

Ebenfalls diese Woche kam die Nachricht, dass 17 Personen festgenommen wurden, die über sogenannte Schockanrufe bei älteren Menschen mehrere Millionen erbeutet haben sollen.

Wer analog und nicht online aufgewachsen ist, weiß womöglich nicht, dass sich auf Knopfdruck Tonaufnahmen fälschen lassen. Oder dass Grafiken, die riesige Gewinne ausweisen und täuschend echt aussehen, Schwindel sein können. Und mit Angst lässt sich ebenso leicht der Geldfluss anzapfen wie mit großen Versprechen.

Digitale Kompetenz vermitteln

Kurse, in denen Senioren den Umgang mit dem Computer lernen, sind wichtig. Ebenso wichtig ist aber die Vermittlung digitaler Kompetenz, um Betrug oder Fake News zu erkennen.

Unlängst hieß es, ältere Menschen müssten sich keine Sorgen machen, man könne die ID-Austria auch weiterhin offline beantragen. Den Termin dafür sollte man allerdings online reservieren ...

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