Anwalt Christian Supper: Meine Mandantin ist voll geständi.

© GEORG GESELLMANN/georg gesellmann

Oberwart
04/10/2014

Diebische Bankerin im Kaufrausch

Bankangestellte veruntreute Geld ihrer Freundin. Laut Gutachten leidet sie unter Kaufsucht.

von Georg Gesellmann

Die Geschichte sorgte Anfang des Jahres f√ľr Aufmerksamkeit. Eine ehemalige Bankangestellte aus Oberwart soll Sparb√ľcher ihrer Freundin veruntreut haben. Die 57-j√§hrige Frau sitzt mittlerweile im Gefangenenhaus Wiener Neustadt und wartet auf ihren Prozess.

Begonnen hat alles vor rund sieben Jahren. Die Freundin bat die Ex-Bankangestellte bei ihr zu Hause im Tresor an die 40 Sparb√ľcher mit der Gesamtsumme von 561.000 Euro zu verwahren. Der Vertrauensvorschuss ist nach hinten losgegangen. Denn die Verd√§chtige soll sukzessive von den Sparb√ľchern Betr√§ge abgehoben haben.

Aufgeflogen ist die ganze Sache zum Jahreswechsel: Die Gesch√§digte ersuchte die 57-J√§hrige abermals Sparb√ľcher aufzubewahren, die sie vor Weihnachten angelegt hatte. Kurz danach wurden diese aufgel√∂st. Und zwar von der Ex-Bankangestellten. Die Mitarbeiter der Bank-Austria, wo die Sparb√ľcher angelegt wurden, wurden stutzig, fragten bei der Sparbuchbesitzerin nach und die Bombe platzte.

Seither sitzt die 57-J√§hrige in Wiener Neustadt im Gefangenenhaus. √úber einen Antrag ihres Anwalts Christian Supper wurde nun ein psychiatrisches Gutachten eingeholt. Ein Wiener Psychiater kam zum Schluss, dass ein "pathologisches Kaufverhalten" bei der Frau vorliege. "Das deckt sich auch mit den Aussagen meiner Klientin", sagt Anwalt Supper. Sie habe bereits bei ihrer polizeilichen Einvernahme darauf verwiesen, kaufs√ľchtig zu sein. Laut Anwalt Supper sei die 57-J√§hrige zurechnungsf√§hig, "doch wird man die psychischen Probleme ber√ľcksichtigen m√ľssen."

Nicht gering

Diese Kaufsucht ist gar nicht so gering: Die Ex-Bankerin soll sich 290 Paar Schuhe, zirka 100 St√ľck teure Handtaschen, drei K√§sten mit M√§nteln, rund 20 Lederjacken und einen Kasten voller Stoffjacken angeschafft haben. Weiters soll sie Porzellan im Wert zwischen 20.000 und 30.000 Euro und 30 Uhren gekauft haben. Auch Autos wurden angeschafft.

"Meine Mandantin ist voll geständig und ihr tue die Angelegenheit mit ihrer Freundin mehr als leid", sagt Christian Supper. Sie versuche soweit wie nur möglich den Schaden gut zu machen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir w√ľrden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierf√ľr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.