Die U17-Vizeweltmeister und das Burgenland

FUSSBALL/U17/WM/MÄNNER: ANKUNFT U17-MANNSCHAFT
Tormann Jonas Kollar und Innenverteidiger August Tscheppe stehen im erweiterten Kader des ÖFB-Nachwuchsteams. Zwei burgenländische Talente auf unterschiedlichen Wegen.

Als Österreichs U17-Team in der Vorwoche bei der Fußball-WM in Katar Vizeweltmeister wurde und damit für eine Sternstunde in der heimischen Fußballhistorie sorgte, schaute das Burgenland nur zu.

Das einzige Bundesland ohne Verein in einer der beiden höchsten Ligen Österreichs war „nur“ mit den Trainern Christoph Witamwas und Patrik Bani beim bis dato größten Erfolg eines ÖFB-Nachwuchsteams dabei.

Die Kicker am Feld und auf der Bank kommen durchwegs aus anderen Bundesländern und sind bei Mainz 05 in Deutschland, Austria Wien, Sturm Graz oder FC Liefering, dem Fohlenteam von Red Bull Salzburg, unter Vertrag.

Ihre Ausbildung haben sie in den jeweiligen Fußballakademien absolviert, wo sie immer noch fallweise zum Einsatz kommen. Zeigt sich einmal mehr, dass die burgenländische Fußballakademie (AKA) mit den Großen gar nicht mehr mithalten kann, seit vor fünf Jahren als Folge der Commerzialbank-Pleite mit dem Bundesligisten SV Mattersburg der Trägerverein zusperren musste (seit einigen Monaten gibt es eine strategische Partnerschaft mit Sturm Graz)? Ja und nein.

Burgenländer auf Abruf

Zumindest im erweiterten Kader der U17 finden sich nämlich auch zwei Burgenländer: Tormann Jonas Kollar aus Antau und Innenverteidiger August Tscheppe aus Oggau, beide Jahrgang 2008.

Aus der AKA in Mattersburg kommt aber nur Kollar. Aktuell ist er Keeper in der U18, die in der Österreichtabelle ebenso Schlusslicht ist wie die U15 (die U16 ist Drittletzter). Kollar besucht derzeit die vierte Klasse der Fußball-HAK Mattersburg.

Tscheppe hat sich schon mit 12 Jahren für die Admira entschieden, wo er mittlerweile einen Profivertrag unterzeichnet und auch schon zwei Einsätze in der Kampfmannschaft zu Buche stehen hat. Das sei damals nicht eine Entscheidung gegen Mattersburg, sondern für die Admira gewesen, erzählt Tscheppe. 

In der Südstadt habe das Gesamtpaket gepasst, dort besucht er auch ein Gymnasium und will 2027 maturieren. Sicher ist sicher, denn „man weiß ja nie, was kommt“. Was kommen soll, ist für Tscheppe klar: Er möchte im Profifußball Fuß zu fassen, sein Traumklub ist Real Madrid.

Und Kollar? Er möchte sich einen Verein suchen, „bei dem ich auch spielen kann“, sagt der Goalie. Im Zweifel wäre ihm ein Regionalligist lieber als ein Bundesligaklub, bei dem er nie zum Einsatz kommt. Für die AKA Burgenland habe er sich wegen des sehr guten Tormanntrainings entschieden und weil‘s von Antau nach Mattersburg nur ein Katzensprung ist. Obwohl: „Es gab andere Angebote.“

Kommentare