Der Prophet im eigenen Land

Während internationale Medien auf Erich Stekovics zugehen, wird der Frauenkirchner Landwirt vom Bürgermeister "geschnitten".

Vor einigen Wochen war der Landwirt und "Paradeis-Papst", Erich Stekovics, Gast bei Claudia Stöckls "Frühstück bei mir" in Ö 3 . Im April wusste ORF eins über ihn zu berichten. Vor einigen Tagen besuchte der TV-Sender SAT1 den Landwirt. Die Journalisten wollten vom Praktiker seinen Zugang zur Landwirtschaft wissen. Der deutsche Sender ZDF war ebenfalls da. Irgendwann im Herbst soll eine längere Reportage über seine Gansln kommen. Die New York Times besuchte erst vor rund einem Monat den Frauenkirchner. Sie interessierte sich vor allem für seine rund 3000 Paradeisersorten. "Uns besuchen laufend internationale Medien", sagt Stekovics, der auch im Frauenkirchner Gemeinderat mit seiner Liste Nest (Namensliste Erich Stekovics) sitzt.

Und diese Woche war auch ein burgenländischer TV-Privatsender in Frauenkirchen. Dieser wiederum porträtierte Firmen der Seewinkelgemeinde. Wo der Privatsender jedoch nicht war, war bei Erich Stekovics. Den bezahlten Auftrag der Filmaufnahmen für die Serie Sommerfrisch gab Frauenkirchens Bürgermeister Josef Ziniel.

Erich Stekovics ist vielleicht eine Mimose. Vielleicht glaubt er zu viel an Gott. Als Politiker sei er mittlerweile etwas dickhäutiger geworden, sagt er. Doch dass der Privatsender bei ihm nicht vorbeischaute, das kränke ihn: "Bei jedem Bericht von mir in internationalen Medien kommt das Wort Frauenkirchen vor. Ich mache Werbung für unsere Heimatgemeinde. Und im burgenländischen Sender werde ich diskriminiert."

„Wir werden laufend von internationalen Medien besucht. Erst kürzlich war die New York Times da.“ Erich Stekovics Landwirt.
© Bild: Georg Gesellmann

Für Erich Stekovics ist die Sache klar, warum er links liegen gelassen wurde. Er und seine Liste stimmten nämlich gegen eine Ehrenbürgerschaft von Frauenkirchen für Landeshauptmann Hans Niessl: "Wir sind der Meinung, dass ein politisches Amt nicht in erster Linie ausschlaggebend für die Verleihung der Frauenkirchner Ehrenbürgerschaft sein sollte", so die Argumentation von Stekovics.

Der Landwirt habe schon seit Langem die Erfahrung gemacht, als er vor vier Jahren in die Politik ging, "geschnitten" zu werden. Das verstehe er nicht. Er trenne "sehr genau" Politik von täglicher Arbeit. Bürgermeister Josef Ziniel weist die Vorwürfe zurück. Erich Stekovics sei "eh' medial sehr stark" präsent, man müsse auch anderen diese Chance geben.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011