"Der Bedarf steigt jedes Jahr"

Einmal pro Woche kümmert sich eine Moki-Krankenschwester um Dominik © Bild: /Moki Burgenland

Seit 15 Jahren kümmert sich Moki Burgenland um schwerkranke Kinder.

"Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit dem Stillen. Paul ist mein erstes Kind und da macht man sich dann natürlich Gedanken. Eine Freundin hat mir dann vom Moki Miniclub erzählt. So bin ich hierher gekommen", erzählt Sina Lehner. Die 28-Jährige ist eine von vielen Frauen, die das Angebot von Moki (die Abkürzung für mobile Kinderkrankenpflege) Burgenland in Anspruch nehmen.

Einmal im Monat finden die sogenannten Miniclubs in mehr als 20 Gemeinden statt, bei denen eine diplomierte Kinderkrankenpflegerin Jungeltern mit Rat und Tat zur Seite steht. "Ich bin sehr froh, dass es das Angebot gibt. Man kann immer Fragen rund ums Baby stellen und bekommt bei Unsicherheiten Hilfe", sagt Lehner.

Moki Burgenland…
Moki Burgenland © Bild: /Moki Burgenland
Seit 15 Jahren gibt es nun Moki Burgenland. Beratungen, wie sie im Miniclub stattfinden, sind nur eines von vielen Tätigkeitsfeldern. "Unsere Angebote richten sich sowohl an gesunde, als auch an kranke Kinder. Wir wollen Eltern in den unterschiedlichsten Situationen bestmögliche Unterstützung bieten", sagt Moki-Obfrau Doris Spalek. "Der Bedarf ist sehr groß und steigt jedes Jahr. Angefangen haben wir mit vier betreuten Kindern in einem Jahr. Mittlerweile haben wir über 200."

Das Team rund um Doris Spalek besteht aus 18 diplomierten Kinderkrankenschwestern. Die Arbeit sei anspruchsvoll und auch belastend, weiß Spalek. "Wir betreuen viele chronisch und schwerkranke Kinder, darunter auch welche, denen nicht mehr geholfen werden kann. Das ist sehr belastend." In diesem Jahr sei bereits ein Kind gestorben. "Man muss sich gut abgrenzen können", sagt Spalek.

"Gehört zur Familie"

"Ich bin so froh, dass es Moki gibt. Durch die Betreuung von der Krankenschwester hat sich Dominiks Zustand verbessert", erzählt Kristina Horvath. Ihr Sohn ist von Geburt an schwerst behindert und braucht intensive Betreuung. Einmal in der Woche kümmert sich ein Moki-Krankenschwester um den 12-Jährigen. Eine kurze Auszeit für Kristina Horvath und ihren Mann. "Ich habe seit zwölf Jahren nicht mehr durchgeschlafen. Ohne diese Unterstützung würden wir es nicht schaffen." Durch die intensive Betreuung zu ihrem Sohn, hat sich in all den Jahren zwischen der Krankenschwester und der Familie auch eine Freundschaft aufgebaut. "Sie gehört eigentlich schon richtig zu unserer Familie", sagt Horvath.

Mobile Kinderkrankenpflege

2001 wurde Moki Burgenland von zwei Kindergartenschwestern gegründet, die den Bedarf an mobiler Hauskrankenpflege für Kinder im Burgenland erkannten und den gemeinnützigen Verein ins Leben riefen. Seit 2004 ist Moki Burgenland Mitglied im Dachverband Moki Österreich.

Ebenfalls seit 2004 übernimmt das Land einen Großteil der Betreuungskosten. Seit 2013 kann Moki Burgenland sein Angebot flächendeckend im ganzen Land anbieten. Die Mobile Kinderkrankenpflege bietet Beratung, Pflege und Begleitung in gewohnter, familiärer Atmosphäre für Kinder und Jugendliche von 0 bis 18 Jahren an. Finanziert wird der Verein ausschließlich durch Spenden. Infos: bgld.moki.at

( kurier.at ) Erstellt am 16.03.2016