"Trampolin": Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Wenn Eltern an einer Suchterkrankung leiden, tragen Kinder oft eine große Last. Ein neues Programm im Burgenland soll ihnen nun gezielt helfen.
Kind spielt mit Bausteinen.

Wenn in einer Familie eine Suchterkrankung auftritt, betrifft das oft auch die Kinder. Sie übernehmen Verantwortung, machen sich Sorgen und stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück. Mit dem Projekt „Trampolin“ startet die Fachstelle Suchtprävention der Sozialen Dienste Burgenland nun ein Gruppenangebot für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren.

„Wenn Eltern an einer Suchterkrankung leiden, kann das für die Kinder eine besonders große Belastung sein, noch dazu, wenn sie nicht darüber sprechen können. Mit dem Projekt ‚Trampolin‘ schaffen wir im Burgenland einen geschützten Raum, in dem Kinder Unterstützung, Verständnis und Stärkung erfahren. Damit geben wir diesen jungen Menschen frühzeitig Halt und fördern ihre Resilienz, damit sie trotz schwieriger familiärer Situationen eine positive Entwicklung erfahren können“, erklärte Landesrätin Daniela Winkler.

Drei Erwachsene halten gemeinsam ein Plakat für ein Gruppenprogramm für Kinder aus suchtbelasteten Familien.

Projektleiterin Verena Fischbach, SDB-Geschäftsführer Johannes Zsifkovits und Landesrätin Daniela Winkler.

Auch Johannes Zsifkovits, Geschäftsführer der Sozialen Dienste Burgenland, betonte die Zielsetzung des Projekts: „Kinder aus suchtbelasteten Familien brauchen besondere Aufmerksamkeit. Mit ‚Trampolin‘ schaffen wir einen geschützten Raum, der stärkt, entlastet und Perspektiven eröffnet.“

Geschützter Raum für Austausch

Das Programm „Trampolin“ umfasst neun wöchentliche Gruppentreffen. Die Kinder sollen dabei einen sicheren Ort haben – zum Reden, zum Spielen und zum Durchatmen. Ziel ist es unter anderem zu vermitteln, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind, was eine Suchterkrankung bedeutet und dass sie keine Schuld an der familiären Situation tragen. Zudem lernen sie, mit belastenden Situationen besser umzugehen.

Dabei werden Selbstbewusstsein, Problemlösungsstrategien und soziale Kompetenzen gestärkt. Ergänzend sind zwei Elternmodule vorgesehen – eines vor Beginn und eines nach Abschluss des Programms.

Projektleiterin Verena Fischbach erklärte: „Ich freue mich sehr, dass es mit ‚Trampolin‘ ein gezieltes Unterstützungsangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien gibt. Wir wissen, dass diese Kinder ein erhöhtes Risiko haben, später selbst psychische Probleme oder eine Abhängigkeit zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, sie frühzeitig zu stärken.“

Teilnahme kostenlos

Die Teilnahme am Programm ist kostenlos, finanziert wird das Projekt vom Land Burgenland. Begleitet wird „Trampolin“ von Fachkräften, die besonderen Wert auf Vertraulichkeit, Respekt und Wertschätzung legen. Das Angebot richtet sich an Eltern und Erziehungsberechtigte, die ihren Kindern Unterstützung bieten möchten.

Das Projekt „Trampolin“ wurde gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Suchtanfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf und dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung (DISuP) an der Katholischen Hochschule NRW entwickelt und auf seine Wirksamkeit überprüft.

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