Rekordrutschpartie und Höchstschaubahn
„Und, was kostet der Spaß?“, lautet eine häufig gestellte Frage, wenn man sich vor einer Anschaffung nicht sicher ist, ob der Zweck die Mittel heiligt.
Derzeit drängen sich im Burgenland allerdings weitere Fragen auf: „Muss Spaß unbedingt viel kosten?“ Und: „Auf wessen Kosten geht der Spaß?“
Zwei Projekte erwecken dieser Tage den Eindruck von Vergnügen um jeden Preis:
Projekt 1: Im Zuge des Ausbaus der Sonnentherme Lutzmannsburg will das Land als Eigentümer unter anderem eine Sieben-Rutschen-Anlage mit knapp 1,3 Kilometern Länge (zu den bereits bestehenden Rutschen) bauen. Es handle sich dabei um das „größte Rutschenprojekt im deutschsprachigen Raum“, heißt es. Man fragt sich, ob der Spaß die zweistellige Millioneninvestition wert ist.
Dabei kann man bei uns derzeit auch ohne Großinvestition auf vielen Eisflächen bestens rutschen, so etwa vorigen Samstag bei der Eisdisco auf dem zugefrorenen Neusiedler See.
Schuldenbremse
Die Eisdisco war ein Riesenerfolg. Und auch wenn klar ist, dass wir im Burgenland nicht jedes Jahr mit Natureisflächen rechnen können, zeigt sich, dass gute Ideen ebenso zu Publikumsmagneten werden können wie teure Prestigeprojekte: In Oggau verzeichnete man am Freitag 4.500 Starter bei der heurigen Burgenland-Extrem-Tour um den Neusiedler See.
Projekt 2: Bei der geplanten Erweiterung des Family Park auf den Ruster Hotter ist unter anderem von einer bis zu 25 Meter hohen Hochschaubahn die Rede (das ist übrigens um sechs Meter höher als der geplante Turm in der Sonnentherme Lutzmannsburg, von dem aus man sich auf die Rutschreise begeben soll). Bei Österreichs größtem Freizeitpark, dem Family Park, planen zwar die Betreiber und nicht das Land, doch die Fragen sind ähnlich:
„Was darf der Spaß kosten?“ Steigt das Vergnügen mit der Höhe der Achterbahn und der Länge der Rutschbahn? Und ist es ein Scherz, dass die Rekordrutsche und die Schuldenbremse zeitgleich diskutiert werden?
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