Die Ermittlungsbehörden ersuchen um Hinweise aus der Bevölkerung.

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Bezirk Eisenstadt-Umgebung
08/10/2016

Burgenland: Identität von Leiche nach 23 Jahren geklärt

Leiche wurde im April 1993 entdeckt. Cold-Case Management des Bundeskriminalamts rollte den mysteriösen Kriminalfall Ende 2015 neu auf.

Nach mehr als 23 Jahren steht die Identität einer Frau fest, die auf einer Pferdekoppel bei Sankt Margarethen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) unter Gestrüpp tot entdeckt worden war. Es handle sich um eine 1962 geborene Staatsbürgerin der Dominikanischen Republik, teilte die Staatsanwaltschaft Eisenstadt am Mittwoch mit.

Die Frau soll "in mehreren Etablissements im Burgenland und Oberösterreich" auch unter dem Namen "Rosi" verkehrt haben. Sie war laut einer Obduktion ermordet worden.

Der Pächter eines Reitstalles hatte die halbverweste, unbekleidete Leiche gefunden. Gerichtsmediziner stellten fest, dass der Tod spätestens im November 1992 eingetreten war. Von dem Mörder fehlt nach wie vor jede Spur.

Fall wurde Ende 2015 neu aufgerollt

Das Cold-Case Management des Bundeskriminalamts hatte den mysteriösen Kriminalfall Ende 2015 neu aufgerollt. In Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Burgenland sei nunmehr die Identität "der nach der Spurenlage offensichtlich gewaltsam getöteten Frau" festgestellt worden, berichtete die Staatsanwaltschaft Eisenstadt.

"Wer kennt diese Frau?"

Die Ermittlungsbehörden ersuchen nun um Hinweise aus der Bevölkerung. "Wer kennt diese Frau und kann Angaben zu ihren Aufenthaltsorten und Kontaktpersonen in Österreich insbesondere in den Jahren 1991 bis 1993 machen?", fragt die Staatsanwaltschaft.

Leiche wurde im April 1993 entdeckt

Die Leiche war am Vormittag des 17. April 1993 von dem Reitstallpächter außerhalb von St. Margarethen entdeckt worden. Sie lag unter einer schwarzen Folie, die bereits an mehreren Stellen eingerissen war. Die Tote befand sich auf dem Gelände einer Pferdekoppel und wies an mehreren Stellen Tierverbiss auf, berichteten die burgenländischen Ermittler damals.

Spuren am Hals deuteten darauf hin, dass die Frau erwürgt worden war. Der Täter hatte ihr zudem den rechten Oberschenkel angesägt und nach hinten gebrochen. Noch vor ihrem Tod dürfte dem Opfer auch der Oberarm gebrochen worden sein, teilten die Kriminalisten vor mehr als 23 Jahren mit.

Bei St. Margarethen wurde der Körper schließlich unter einem Gestrüpp auf den Erdboden gelegt und mit der Folie zugedeckt. Die Ränder waren mit Ästen und Erdreich beschwert.