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Chronik Burgenland
07/21/2022

Burgenländer brachte Firma um 62.000 Euro: Zehn Monate bedingt

Ex-Filialleiter zweigte Geld für Hausbau ab und verlieh Geräte ohne entsprechende Dokumentation.

Ein 30-jähriger Burgenländer ist am Donnerstag am Landesgericht Eisenstadt zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt worden, weil er die Firma, bei der er bis Ende 2021 beschäftigt war, als Filialleiter im Südburgenland um rund 62.000 Euro gebracht haben soll. Der Mann bekannte sich schuldig.

Er habe das Geld aus dem Tresor nicht vollständig bei der Bank eingezahlt, von Kunden Geld angenommen und nicht an die Kassa abgeführt sowie Geräte an Kunden verliehen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem ehemaligen Filialleiter Veruntreuung und Untreue vor. Rund 9.400 Euro verschwanden laut dem Angeklagten auf dem Weg vom Tresor des Geschäfts zur Bank. Damit habe er eine Rechnung für seinen privaten Hausbau bezahlt, erzählte der 30-Jährige. Er habe aber immer vorgehabt, das Geld wieder zurückzuzahlen.

Geld von Kunden selbst verwendet

Von Kunden habe er teilweise Bargeld angenommen, aber nicht an die Kassa abgeführt, sondern selbst verwendet. Außerdem habe er Waren verliehen, um Geschäfte anzubahnen - allerdings ohne entsprechende Dokumentation. Was von den Kunden nicht von selbst zurückgebracht wurde, konnte deshalb kaum wieder eingeholt werden.

Ein Mann habe sich etwa in großem Stil Geräte ausgeborgt und nie wieder zurückgebracht. Um das zu vertuschen, habe er Rechnungen ausgestellt - meistens an „irgendjemanden. Ich habe den Überblick verloren“, sagte der 30-Jährige. Er habe manchen Kunden wohl „zu sehr vertraut“.

Aufgeflogen ist das Ganze laut dem Geschäftsführer des Unternehmens, bei dem der Angeklagte beschäftigt war, bei einer Inventur - allerdings erst nachdem das Dienstverhältnis mit dem Burgenländer bereits beendet worden war. Denn schon zuvor habe man den Eindruck gehabt, „dass er die Kontrolle verloren hat“.

Eigentlich sei es üblich, dass Waren unter den Filialen hin- und hergeschickt werden, wenn ein Kunde etwas haben will, das nur an einem anderen Standort verfügbar ist. Solche Anfragen anderer Filialen habe der 30-Jährige aber nicht beantwortet, „wohl weil die Waren nicht nur kurzfristig nicht verfügbar waren, sondern weil sie einfach nicht mehr da waren“, meinte der Geschäftsführer.

Der ehemalige Filialleiter muss neben der bedingten Haftstrafe auch die von der Firma geforderten 62.000 Euro zurückzahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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