Bewag: 280 Mio. Euro für saubere Zukunft

Der Energieversorger baut seine Windkraft weiter aus. Financiers sind die UniCredit und die Europäische Investitionsbank.

Was müssen Sie tun, um ein Darlehen in der Höhe von 280 Millionen Euro zu bekommen, ohne dass Sie dafür Sicherheiten aufbringen müssen? Die Antwort: Investieren Sie in Windkraft.

Mit strahlenden Gesichtern unterzeichneten die beiden Vorstandsdirektoren der Bewag, Michael Gerbavsits und Reinhard Schweifer, Freitagfrüh jene Verträge, die den Ausbau der Windenergie im Burgenland sichern sollen. Bereits ab Mitte Dezember soll sich in Potzneusiedl eines jener Superwindräder drehen, das eine Leistung von 7,5 Megawatt erbringen kann. Das zweite wird im Jänner in Betrieb gehen. In den Bezirken Neusiedl am See und Oberpullendorf werden weitere 65 Anlagen errichtet werden. "Damit soll das Burgenland tatsächlich energieautark werden", erklärte Gerbavsits.

Innovativ

Als Financiers konnten die UniCredit Leasing Austria und Europäische Investitionsbank (EIB) gewonnen werden. Letztere refinanziert 200 der 280 Mio. Euro. "Burgenland und die Bewag sind sehr professionelle Partner. Burgenland ist europaweit eine der innovativsten Regionen, die es für erneuerbare Energie gibt", betonte EIB-Vizepräsident Wilhelm Molterer.

Auch die Vertreter der UniCredit streuten dem Burgenland Rosen. Das burgenländische Windkraftprojekt, sei das attraktivste, das es derzeit gebe. "Deswegen sind auch alle Beteiligten an ihre Grenzen gegangen", betonte Franz Frosch von der Bank Austria Burgenland.

Was dies in konkreten Zahlen bedeutet, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Denn zu den Konditionen des Darlehens wird eisern geschwiegen. Finanzlandesrat Helmut Bieler meinte nur: "Wir mussten keinerlei Sicherheiten bieten. Die Sicherheit ist das überzeugende Projekt selbst."

Und die beiden Bewag-Vorstände sind sich einig: "Wir hatten den richtigen Zeitpunkt erwischt. Es war nur ein ganz kleines Fenster, das offen war und von uns genutzt werden konnte. Heute würden wir diese tollen Konditionen ziemlich sicher nicht mehr bekommen."

Windkraft: Anlage der Superlative

In Potzneusiedl stehen die weltweit höchsten und leistungsstärksten Windräder. Sie haben ein Gewicht von 7500 Tonnen und sind mehr als 135 Meter hoch. Der Durchmesser des Fundamentes beträgt 29 Meter. Jede der beiden 7,5-Megawatt-Anlagen erzeugt rund 15 Mio. kWh Strom.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011