Aufregung über Afrikaner in Eisenstadt

22 Somalier, die im Bezirk Neusiedl abgesetzt worden waren, wurden vorübergehend im Polizeianhaltezentrum Eisenstadt untergebracht.

Die Verunsicherung unter den Anrainern in der Eisenstädter Gölbeszeile war Dienstag groß. Die Tür zum sogenannten Polizeianhaltezentrum stand offen. Menschen afrikanischer Abstammung gingen ein und aus. Rasch verbreitete sich die Nachricht, Eisenstadt sei nun eine Art Mini-Traiskirchen geworden, das 22 illegale Grenzgänger aufgenommen hat.

Konkret handelt es sich bei den Asylwerbern um jene 22 Menschen aus Somalia, die am Wochenende von einem Schlepper zwischen Parndorf und Neusiedl am See abgesetzt worden waren. Dieser hatte den Flüchtlingen erzählt, Wien sei jetzt nur noch ein paar Minuten entfernt. Tatsächlich aber befanden sich die Afrikaner mitten in der pannonischen Tiefebene, wo sie schließlich aufgegriffen wurden.

Da Traiskirchen voll ist, entschied man sich seitens des Innenministeriums, die Asylwerber im Eisenstädter Schubgefängnis in der Gölbeszeile unterzubringen, bis sie Richtung Ungarn abgeschoben werden können.

"Bei diesen Menschen handelt es sich aber um keine Schubhäftlinge, es ist auch keiner von ihnen straffällig geworden. Auf sie trifft das sogenannte gelindere Mittel zu. Also die Unterbringung in einem Beherbergungsbetrieb. Da wir aber in der Umgebung keinen zur Verfügung haben und das Schubgefängnis derzeit frei ist, wurden sie hier aufgenommen", erklärt man seitens der Polizei. Die Menschen hätten das Recht sich frei zu bewegen, daher stehe die Gefängnistür auch offen.

Empörung

"Das ist unerhört. Eisenstadt ist anscheinend führungslos. Es kann ja wohl nicht sein, dass Bürgermeisterin Fraunschiel von ihrer Parteikollegin, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, nicht rechtzeitig über solch einen gravierenden Schritt informiert wird", empört sich SPÖ-Vizebürgermeister Günter Kovacs. Solch eine Maßnahme gehöre im Vorfeld abgeklärt, denn die Sicherheit der Eisenstädter Bevölkerung müsse Vorrang haben, so Kovacs.

"Ich wurde mittags von der Bundespolizeidirektion unterrichtet und habe sofort mit dem Büro der Bundesministerin Kontakt aufgenommen. Diese 22 Menschen werden noch heute nach Traiskirchen gebracht. Mir ist es wichtiger zu handeln, als die Leute zu verunsichern", sagt Ortschefin Andrea Fraunschiel zur raschen Lösung des Falles.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011