Weitere Asbestfunde im Burgenland und der Steiermark gemeldet
Zusammenfassung
- Greenpeace meldet neue Asbestfunde mit teils über 50 Prozent Asbestgehalt in Baumaterial in Winden, Breitenbrunn, Hartberg und Neudau.
- Betroffen sind Bahnhöfe im Burgenland sowie Gehsteige und Hauptplätze in der Oststeiermark; ÖBB und Behörden leiten erste Maßnahmen ein.
- In zwei steirischen Steinbrüchen wurde deutlich weniger Asbest gefunden, dennoch fordert Greenpeace umfassende Kontrollen und die Umsetzung eines Aktionsplans.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Freitag weitere Asbestfunde im Nordburgenland und in der Oststeiermark gemeldet.
Bei sechs Proben aus Winden am See (Bezirk Neusiedl am See) und Breitenbrunn (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sowie Hartberg und Neudau (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) wurde in Baumaterial ein Asbestgehalt von mehrheitlich über 50 Prozent festgestellt, hieß es in einer Aussendung.
In Winden und Breitenbrunn sind die beiden Bahnhöfe der ÖBB betroffen.
Schotter von Bahnsteigen wird entfernt
Diese haben bereits veranlasst, den Schotter von den Bahnsteigen zu entfernen. In der Oststeiermark betreffen die Asbestfunde das Bankett in der Nähe zweier Geschäftslokale in Hartberg in der Bahnhofs- bzw. Weidenstraße und Streusplitt vom Hauptplatz in Neudau.
Mit der Steiermark sei neben dem Burgenland nun ein weiteres Bundesland von einer hohen Belastung betroffen, meinte Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster: "In der Oststeiermark finden sich teils reine Asbeststeine im Bankett neben dem Gehsteig und Rollsplitt direkt auf dem Hauptplatz. Dort gehen tagtäglich Menschen drüber - und tragen die Fasern auf ihren Schuhen dann womöglich in ihre Autos und in ihre Häuser."
In der Oststeiermark finden sich teils reine Asbeststeine im Bankett neben dem Gehsteig und Rollsplitt direkt auf dem Hauptplatz.
Auch aus den zwei steirischen Steinbrüchen Preg und Lobming hat die Umweltschutzorganisation Proben entnommen. Mit unter 0,1 Prozent Asbestgehalt sei dort aber deutlich weniger Asbest festgestellt worden als in den burgenländischen Steinbrüchen. Die Proben liegen damit auch unter dem Grenzwert für die Definition von gefährlichem Abfall.
Dennoch forderte Greenpeace die Behörden dazu auf, die Steinbrüche großflächig zu überprüfen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu setzen.
Karte der Asbest-Fundorte
Von der burgenländischen und der steirischen Landesregierung will die Umweltschutzorganisation, dass der von ihr vorgelegte "Aktionsplan gegen Asbestgefahren" umgesetzt wird. "Als dringender erster Schritt muss asbesthaltiges Gesteinsmaterial, insbesondere freie Asbestbrocken und Rollsplitt, von sensiblen Zonen entfernt werden", betonte Schuster.
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