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Burgenland
01/22/2015

Arbeitslosenquote ist mit 8,9 Prozent so hoch wie seit 40 Jahren nicht mehr

Rahmenbedingungen waren für 9598 Arbeitslose im vergangenen Jahr sehr ungünstig.

von Georg Gesellmann

Ein 40-jähriger, zweifacher Familienvater kommt zum AMS nach Eisenstadt. Seit zwei Jahren ist er nach zwei Bandscheibenvorfällen bereits arbeitslos. Der gelernte Schlosser sucht einen Job bzw. will sich umschulen lassen. Doch nach einem einstündigen Gespräch kommt das ernüchternde Ergebnis: Keine Chance, wir haben kein Geld mehr für sie.

"Es liegt nie nur am Geld", sagt dazu Burgenlands AMS-Geschäftsführerin Helene Sengstbratl. "Am Geld kann es vielleicht dann liegen, wenn eine Umschulung mehr als 3000, 5000 Euro ausmacht." Es kommt auch auf die Kombination an: was hat die Person gelernt, welche Fähigkeiten hat sie, welche Wünsche sind da... Sengstbratl: "Doch eines muss klar sein: Das AMS ist kein Ausbildungszentrum, wir sind eine Vermittlungsagentur". Das AMS biete Qualifizierungen für Menschen, deren Ausbildung nicht verwertbar ist. "Unser Schwerpunkt bei der Qualifizierung ist die Kernzielgruppe von Menschen, die keine abgeschlossene Ausbildung haben oder die aus gesundheitlichen Gründen ihrer Ausbildung nicht mehr nach gehen könne."

Den 191 Mitarbeiter (61 Prozent davon Teilzeit) des AMS wird es nicht langweilig. Und glaubt man den Umfragen, die das AMS Burgenland durchführen ließ, dann sind mehr als 70 Prozent der betreuten Personen mit der Arbeit des AMS zufrieden. Die restlichen 30 Prozent können sich davon nichts abschneiden. Und es ist zu befürchten, dass sich die Lage in den nächsten Jahren nicht gewaltig ändern wird. Derzeit hat die Arbeitslosigkeit das Niveau wie vor mehr als 40 Jahren. Damals lag sie bei neun Prozent, aktueller Stand: 8,9 Prozent des Arbeitskräftepotenzials (9598 Personen) suchen einen Job.

Unübersehbar

Die Rahmenbedingungen im Jahre 2014 seien nicht die besten gewesen, so Sengstbratl: ein zu geringes Wirtschaftswachstum, ein nicht nachlassender Zustrom von ausländischen Arbeitskräften auf den burgenländischen Arbeitsmarkt sowie mehrere Großinsolvenzen wie MaTec oder auch I&T schlugen sich unübersehbar auf das Stellenbesetzungsvolumen nieder.

Landeshauptmann Hans Niessl hat erst kürzlich Tausend neue Arbeitsplätze für das Jahr 2015 versprochen. "Das könnte realistisch sein", sagt dazu AMS-Geschäftsführerin Sengstbratl. Sie rechnet sogar mit 1500.

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