"Amun" spürte Sprengkörper auf

Ein Polizeihund auf Streife stieß beim Pusztahof auf ein explosiv gefülltes Rohr.

Es dürfte noch von Silvester stammen. Einen gefährlichen Fund machte Freitagfrüh ein Polizeihund in Siegendorf, Bezirk Eisenstadt-Umgebung. In der Nähe des Pusztahofes – dort hielten früher Assistenzsoldaten traditionell ihre Weihnachtsfeier ab – spürte der Belgische Schäferhund Amun in Begleitung seines Polizeihundeführers Erich Bandat einen selbstgebastelten, rund 13 Zentimeter langen Sprengkörper auf. Die Polizei vermutet, dass es sich dabei um ein Silvester-Überbleibsel handeln dürfte.

„Wir waren um 8.30 Uhr im Grenzgebiet bei der Puszta auf Fußstreife“, schildert Bandat im KURIER-Gespräch. „Hier sind wir öfter unterwegs. An einem Baum hat Amun aber etwas wahrgenommen und ist auf Platz gegangen.“ Das Zeichen für den Hundeführer, dass sein zweijähriger Schützling, der auf das Aufstöbern von Gegenständen trainiert ist, etwas entdeckt hat. „Ich selbst hätte durchaus drüber hinwegschauen können“, lobt der Beamte von der Polizeiinspektion Wulkaprodersdorf die Spürnase seines Hundes. Auf den ersten Blick habe es wie ein Stück Wasserleitungsrohr ausgesehen, an beiden Enden mit Pfropfen – wäre da nicht eine Zündschnur gewesen. „Da stand für mich fest, dass das explosiv ist, und ich habe einen Sprengstoff-Experten verständigt.“ Ein Beamter der Landespolizeidirektion habe den Fund dem Entschärfungsdienst zum Abtransport übergeben.

"Kleine Handgranate"

Die erste Annahme, dass das Rohr mit einer pyrotechnischen Substanz gefüllt sein könnte, hat sich bestätigt. „Das kann man schon als kleine Handgranate bezeichnen“, sagt Christian Eidler vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Denn das Rohr war mit 22 Gramm Blitzknallpulver gefüllt. Das entspreche etwa 55 Schweizerkrachern. Nach der Zündung wäre die Explosion in Zehntelsekunden erfolgt. Denn die Zündschnur ist extrem kurz, das Abbrennen dagegen extrem rasch – fünf Sekunden für einen Meter Zündschnur. Bei einer Zündung wären schwerste Verletzungen die Folge gewesen, die „Reichweite“ wird mit 30 Metern angegeben. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet.

Dass Amun einen solch guten Riecher bewiesen hat, gilt übrigens als seine Feuertaufe, „denn nach allen Prüfungen ist er erst seit 12. Dezember ein einsatzfähiger Diensthund“, betont Erich Bandat.

( Kurier ) Erstellt am 04.01.2013