Elena, Georgina Miruna und Maria Yoana haben bei Andrea Roschek ein neues Zuhause gefunden.

© /georg gesellmann

Gesetz ist Gesetz
04/26/2014

20.000 Euro entscheiden über Zukunft von rumänischen Mädchen

Drei Kinder müssen zurück in ihre Heimat, wenn sie kein Sparbuch vorweisen können.

von Natascha Marakovits

100 Euro für nichts ...“, lautet das Motto der Hilfsaktion, die der Elternverein der Volksschule Eisenstadt gestartet hat. Der Titel mag etwas verwirren, denn konkret geht es um drei rumänische Kinder, die nach einem Schicksalsschlag in Österreich ein neues Zuhause gefunden hätten, wäre da nicht Vater Staat, der etwas dagegen hat (Rechtslage siehe Kasten unten). Denn damit sie in Österreich bleiben können, soll das älteste Mädchen ein Nettoeinkommen von 1500 Euro oder ein Sparbuch im Wert von 20.000 vorlegen. Daher hat der Elternverein die Hilfsaktion gestartet. „Unser Ziel ist es, 200 Menschen zu finden, die bereit sind, 100 Euro für nichts anderes zu geben, als für das was nahezu jeder hat: Ein Daheim und einen Menschen, der einen liebt“, sagt Claudia Hainzl vom Elternverein.

Krebs-Drama

Ein Zuhause und einen Menschen der sie liebt, haben Maria Yoana (17), Elena (13) und Georgina Miruna (7) schon gefunden. Andrea Roschek von der Pannonischen Tafel in Eisenstadt hat die drei Mädchen vor über zwei Monaten bei sich in Draßmarkt aufgenommen. Kennengelernt hat sie die Kinder durch ihre Mutter.

Die 40-jährige Rumänin war im Winter 2012 nach Oberdorf (Bez. Oberwart) gekommen, um ein dementes Paar zu pflegen. Dann kam die erschütternde Nachricht: Krebs im Endstadium. Im Jänner 2014 starb sie. „Davor hat sie mich gebeten, dass ich mich um ihre Kinder kümmere.“ Denn auch der Vater der Mädchen leidet an Krebs, wird laut Ärzten den Sommer nicht überleben.

Seit Februar leben nun die Mädchen bei Roschek, helfen in der Pannonischen Tafel und haben sich im Burgenland gut integriert. In einem Monat wird Maria Yoana 18. Dann soll sie die Vormundschaft für ihre Schwestern übernehmen. Alle drei möchten bei Andrea Roschek bleiben. Doch dafür fehlen die nötigen 20.000 Euro.

„Ich verstehe diese Forderungen nicht. Ich brauche keine Unterstützung vom Staat. Ich kann für die Kinder selbst aufkommen“, sagt Roschek, „die Mädchen würden niemandem zur Last fallen.“ Auch Claudia Hainzl versteht die gesetzliche Regelung nicht. Beide hoffen, dass durch die Aktion sowie eine Benefizveranstaltung am 13. Juni die Summe von 20.000 Euro zusammenkommt.

Wer die Aktion unterstützen und für die Mädchen spenden möchte, kann dies unter IBAN: AT101200010006982101, BIC: BKAUATWW. Der Empfänger des Kontos lautet auf „Sparbuch“.

Laut Auskunft der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf können sich EU-Bürger vier Monate in Österreich aufhalten, bis sie sich melden müssen. Danach müssen sie ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit nachweisen. In der Regel geschieht dies durch ein aufrechtes Dienstverhältnis. Kann kein Lohnzettel vorgelegt werden, genügt ein Sparbuch. Der Betrag wird dabei je nach Anzahl der Personen festgelegt.

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