Chronik
26.04.2018

Aus für die „Sternromantik“ wurde gebührend zelebriert

Um die 100 Menschen waren beim Protest-Umtrunk am Donnerstag am Praterstern dabei.

Edmund „Mundl“ Sackbauer war am Donnerstag bei der Demo am Praterstern die meistzitierte Person. Stammt von ihm doch der Spruch: „Mei Bier is ned deppad!“ Michael Lindenbauer – parlamentarischer Mitarbeiter bei der Liste Pilz – hatte am Montag zum Protest gegen das Alkoholverbot am Praterstern aufgerufen. „Die Idee ist am Sofa entstanden. Wir wollten nur aus Spaß mit ein paar Freunden ein Bier trinken. Das Ganze hat sich dann verselbstständigt“, sagt Lindenbauer. Dieses Bier wollte er als „friedlichen Protest gegen die Einschränkungen im öffentlichen Raum und gegen populistische Maßnahmen“ trinken. Seinem Aufruf waren trotz schlechten Wetters etwa 100 Personen gefolgt.

Polizei hofft auf Besserung

„Jetzt ist es aus, mit der Sternromantik“, sagte Johannes W., der mit einem Bier zum Praterstern gekommen war. Mit „Sternromatik“ meinte der Student, das für den Praterstern typische Bild, von trinkenden oder schlafenden, oft obdachlosen Menschen. Genau dagegen will die Stadt Wien mit dem Alkoholverbot kämpfen. Die Verordnung tritt am Freitag in Kraft. Der neue Polizei-Vizepräsident Michael Lepuschitz erklärte im KURIER-Gespräch am Donnerstag, dass es am Praterstern vor allem mit alkoholisierten Menschen immer wieder zu großen Problemen gekommen sei. „Am Praterstern hat sich in den letzten Jahren einfach gezeigt, dass Menschen die dort die Bahn benutzen, von Alkoholisierten angepöbelt oder auch berührt werden. Es war wichtig, etwas dagegen zu unternehmen. Ich finde es ist das Recht der Stadt festzulegen, was in der Öffentlichkeit verboten und was erlaubt ist“, sagt Lepuschitz.

Als positives Beispiel nennt die Polizei immer wieder die Zerschlagung der Drogenszene am Karlsplatz. „Auch damals hat sich die Szene verlagert. Unsere Aufgabenstellung ist es dann, zu beobachten, wohin sie sich verlagert und ob sie sich in kleineren Gruppen oder geschlossen verteilt. Dann müssen wir dort wieder einschreiten. Ich bin zuversichtlich, dass sich das Problem am Praterstern mit dieser Verordnung lösen wird“, sagt Lepuschitz.

Birgit Seiser