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15.05.2012

Warum lächeln Sie so viel, Alexander Marcus?

Im KURIER.at-Interview erklärt der deutsche "King of Electrolore" seine Welt: viel Gel und enge rosa Hosen

Niemand spaltet die Nation mehr als Alexander Marcus. Die einen lieben und vergöttern ihn, andere können ihm und seinem mittlerweile anerkannten neuen Musikstil "Electrolore" (Electro und Folklore) weniger als nichts abgewinnen.

Marcus` Low Budget-Videos wie "Papaya" oder "Hawaii Toast Song" gelten als Youtube-Hits, mit "Electrolore" und dem aktuellen Werk "Mega" hat der Deutsche außerdem zwei erfolgreiche Alben auf den Markt gebracht. KURIER.at stand er Rede und Antwort.

KURIER.at: Mal ehrlich, mögen Sie Ihre Musik?
Alexander Marcus: Logisch, was glauben Sie denn? Und ich bin nicht ganz alleine damit. In Deutschland haben wir zigtausende Alben verkauft.

Wie kommt man nur auf Songtexte wie " Papaya" oder den " Hawaii Toast Song"?
Ich denke nicht groß nach bevor ich einen Song schreibe. "Papaya" ist mir zum Beispiel im Halbschlaf eingefallen - morgens um fünf - und ich habe es gleich aufgenommen, damit ich es nicht vergesse. Ich habe gelernt, dass je kürzer man an einem Song sitzt, desto besser das Ergebnis ist.

Alexander Marcus ist laut Wikipedia Ihre Kunstfigur. Wie viel Felix Rennefeld steckt in Alexander?
Wieso Kunstfigur? Ich weiß, das steht so bei Wikipedia, aber das ist wohl keine seriöse Quelle, oder? Die meisten Künstler oder Entertainer sind privat nicht genau so wie sie sich auf der Bühne geben. Ich bin zum Beispiel im normalen Leben eher ruhig und drehe erst auf der Bühne richtig auf. Ich fühle mich einfach am Wohlsten, wenn ich für meine Fans singen kann. Daher glaube ich, ich bin genau so viel oder wenig Kunstfigur wie jeder andere Sänger auch. Das ist nichts Ungewöhnliches.

Ich habe bis jetzt genau zwei Reaktionen auf das Video " Papaya" erlebt: ungläubige Schockstarre und begeistertes Mitsingen. Kann man Alexander Marcus nur lieben oder hassen?
Ich habe das schon öfter gehört und ich glaube mittlerweile, dass es stimmt was Sie sagen. Aber ich habe auch schon mitbekommen, dass Leute behaupten, mich zu hassen obwohl sie mich eigentlich lieben. Das liegt sehr nah beieinander.

Alexander Marcus polarisiert. Sind Sie schon mal persönlich angefeindet worden?
Das kann man wohl sagen. Viele haben keinerlei Zugang zu meiner Musik oder zu mir als Person. Die stört es dann, dass jemand wie ich Erfolg hat und da sind dann Anfeindungen und Beleidigungen nicht mehr weit entfernt.

In den Videos wirken Sie als Alexander Marcus - dezent ausgedrückt - etwas durchgeknallt. Ist das nur die Rolle - oder die Wirklichkeit?
Die Wirklichkeit. Alle Clips sind authentische Videodokumentationen meines Alltags.

Wie sieht Ihre musikalische Zukunft aus? Bleibt es bei dem Genre, oder probieren Sie etwas ganz Neues aus?
Das genau ist die Herausforderung - sich treu zu bleiben, seinen eigenen Stil zu behalten und sich trotzdem weiterzuentwickeln. Ich finde, mit meinem letzten Album "Mega" ist mir das ganz gut gelungen.

Was erwartet die Besucher des Wien-Konzerts?
Natürlich alle meine Songs und viel Action auf der Bühne. Meistens artet es in eine extatische Party aus und alle schreien und singen mit. Ich verspreche meinen Fans vor jedem Konzert, dass alle ihre Probleme nach meinem Konzert verschwunden sein werden. Und bis jetzt hat sich danach niemand beschwert, dass ich es nicht eingehalten hätte.

Wie entstand die Idee, den elektronischen mit dem volkstümlichen Musikstil zu mischen?
Ich mag beides - volkstümlichen Schlager und auch elektronische Musik. Irgendwann kam ich darauf, beides zu vermischen, es hat mich auch gereizt, weil es noch keiner vorher gemacht hat und es irgendwie ein Tabu war. Wie auch immer, ich danke dem Herrgott jeden Tag, dass ich diese Idee hatte.

Haben Sie irgendwelche Grenzen, die Sie nicht überschreiten würden? Immerhin werden in Ihre Videos, zum Beispiel in Papaya, ernste Themen wie Drogensucht ganz locker und leicht hineinverpackt.
Nein, ich habe keine Grenzen. Außer vielleicht das Gesetz. Ich finde, man sollte das alles nicht so ernst nehmen. Es ist Entertainment und etwas wirklich Schlimmes passiert doch nicht in meinen Videos, oder?

Warum lächeln Sie so viel?
Ich bin von Natur aus ein fröhlicher Mensch und freue mich ständig über die banalsten Sachen. Das ist übrigens sehr gesund, denn Glückshormone werden immerfort ausgeschüttet.

Alexander Marcus ohne Haargel - ist das möglich?
Meine Haare sehen ohne Gel einfach schlimm aus, man kann sie nicht richtig kämmen weil sie so komisch gewellt sind... Es ist einfacher mit dem Gel und ich habe das schon als Kind so gemacht.

In einigen Artikel werden Sie als "Phänomen" bezeichnet. Wie lebt es sich damit?
Ich lese Artikel über mich nicht gerne und noch schlimmer sind TV-Reportagen. Ich glaube, es gab einen einzigen Bericht, den ich ok fand. Wie es sich als Phänomen lebt? Ganz gut, danke.

Dürfen Männer knallenge, rosa Hosen tragen? Oder darf das nur Alexander Marcus?
Mit Modetrends und Styling sollen sich andere beschäftigen, das ist nicht meine Baustelle. Ich trage auf jeden Fall die rosa Hosen weiterhin.