© Karolina Doda

Comic-Messe
09/30/2013

Vienna Comix: Star Wars zieht immer

Mehr als 3.500 Menschen besuchten am Sonntag die Wiener Comix-Messe. 2014 will man die Veranstaltung auf zwei Tage ausbauen.

Vor 20 Jahren grĂŒndete Martin Erasmus, selbst begeisterter Comic-Liebhaber, die erste Comix-Börse in einem Pfarrsaal bei ihm ums Eck. Mittlerweile hat sich die Tauschbörse zu einer Veranstaltung fĂŒr die ganze Familie entwickelt. 3.500 Besucher - so viele wie noch nie - strömten am Sonntag auf das GelĂ€nde der MGC-Halle im dritten Wiener Gemeindebezirk, um alte Comics zu tauschen und neue zu entdecken.

Nicht ganz unschuldig am neuen Besucherrekord dĂŒrfte auch das Motto der Veranstaltung gewesen sein: "Star Wars" erfreut sich eben auch mehr als 36 Jahre nach der Kinopremiere von Episode IV ungebrochener Beliebtheit - mit Fanclubs auf der ganzen Welt. Und so kam es vor den Toren der Messehalle zu einem großen Aufmarsch an kostĂŒmierten AnhĂ€ngern der Sternensaga. Fanclubs aus Österreich, Deutschland, Ungarn und der Slowakei hatten ihre Abordnungen nach Wien entsandt:

Die kostĂŒmierten Fans bei der Comix-Messe

Bereits am 1. Dezember findet die nÀchste Comix-Messe statt. Dann wird mit dem französischen Comic-Zeichner Yoann Chivard alias Yoann der Zeichner der Serie "Spirou und Fantasio" zu Gast sein.

Ab Herbst 2014 soll die in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsene Veranstaltung dann erstmals an zwei Tagen stattfinden.

Weitere Infos: www.viennacomix.com

Es ist cool, Comic-Geek zu sein

999 Euro kostet die lebensgroße „Meister Yoda“-Statue neben dem Tresen. „UrsprĂŒnglich waren es 1300 Euro“, verrĂ€t Nina Baumgartner, VerkĂ€uferin im Comic-Laden „Runch!“ in der Kaiserstraße (7. Bezirk). „Aber das Lichtschwert ist kaputt.“ Die Figur gehört zu den teuersten im Laden. Sie ist aber lange nicht der einzige Yoda-Artikel. Denn: Star Wars ist und bleibt großer Trend unter den Comicfreunden.

Das weiß auch Veranstalter Martin Erasmus. Deshalb steht seine „Vienna Comix“-Messe in der MGC-Halle (3. Bezirk) am 29. September einmal mehr ganz im Zeichen des weltberĂŒhmten „Krieg der Sterne“-Epos.

20-jÀhriges JubilÀum

Vor 20 Jahren grĂŒndete Martin Erasmus, selbst begeisterter Comic-Liebhaber, die erste Comix-Börse in einem Pfarrsaal bei ihm ums Eck. Mittlerweile hat sich die Tauschbörse zu einer Veranstaltung fĂŒr die ganze Familie entwickelt. Rund 3000 GĂ€ste besuchen das Event.

Dabei ist Martin Erasmus selbst einer der grĂ¶ĂŸten Sammler. An die 1000 StĂŒck zĂ€hlt seine Sammlung. Seine Lieblingsserie: die Barbapapas. Kennengelernt hat er sie durchs Betthupferl. „Gott sei Dank wird diese Familie gerade wieder neu entdeckt.“

Erasmus’ BegrĂŒndung, weshalb Comics so interessant sind: „In der PubertĂ€t wird man erwachsen, man verabschiedet sich vom Kinderspielzeug. Als Sammler entdeckt man dieses Spielzeug auf andere Art und Weise wieder.“

VerkĂ€uferin Nina Baumgartner arbeitet seit 13 Jahren im Comic-Laden. Auch ihr fĂ€llt auf, dass die Kundschaft immer grĂ¶ĂŸer wird. Baumgartners ErklĂ€rung dafĂŒr: „Durch Serien wie ,Big Bang Theorie‘ ist es auf einmal cool geworden, ein Comic-Geek zu sein. Auch bei der breiten Masse genießen Comics derzeit immer grĂ¶ĂŸeres Ansehen.“

Regrets of the Past

Bei der „Vienna Comix“ kann man nicht nur Fanartikel kaufen, man kann auch den Teaser des Star-Wars-Fanfilms „Regrets of the Past“ sehen. Ein Independentfilm, der zwischen Episode drei und vier spielt.

„Also zwischen den alten und den neuen Folgen“, erklĂ€rt Produzentin Laura Hermann. „Wir haben eine eigene Geschichte, trotzdem mĂŒssen wir uns natĂŒrlich an die Regeln des Star-Wars-Universums halten.“

Gedreht wird in der Freizeit. Trotzdem versuchen sie so professionell wie möglich zu sein. Denn: „Die Star-Wars-Gemeinde ist sehr kritisch. Wir geben unser Bestes.“ So absolvieren die Schauspieler Kampftraining, auch bei den KostĂŒmen wird versucht, möglichst detailgetreu zu arbeiten.

Die Crew besteht aus 40 Leuten – alles eingefleischte Star-Wars-Fans. Selbst in den Drehpausen wird weiter gefachsimpelt. „Als Laie steigt man da schnell aus“, meint Hermann. Bis Sommer 2014 soll der Film fertig sein.

Comics zeichnen

Der „Do It Yourself“-Trend zeigt sich auch in der großen Anzahl an Zeichnern, die mittlerweile auf der „Vienna Comix“ verteten sind. Die 24-jĂ€hrige Lisa Heschl ist bereits zum dritten Mal als Zeichnerin dabei. Besonders gefragt seien derzeit Mangas. „Über Mangas kommen viele Comic-Liebhaber auch selbst zum Zeichnen“, sagt Heschl. „Denn die sind im Gegensatz zu westlichen Comics relativ abstrakt und dadurch einfacher zu darzustellen.“ Die Themen seien zudem jugendlicher und leicht zu verfolgen.

Mindestens acht Stunden tĂ€glich verbringt die Illustratorin bei Stift und Papier. Denn: Die Konkurrenz ist groß. „Man muss sich reinhĂ€ngen. “

Doch auch wenn Comics derzeit immer beliebter werden, einen Kritikpunkt nennt Veranstalter Erasmus trotzdem: „Eine richtige Comic-Tradition fehlt in Österreich. Wir brĂ€uchten einen österreichischen Asterix.“

Fakten

Star Wars 25.5.1977 wurde die erste Star- Wars-Folge ausgestrahlt. 2015 soll der VII. Teil erscheinen.

4. Mai Dieser Tag wird oft als Star Wars Day bezeichnet, aufgrund des Wortspiels: „May the force/ fourth be with you.“

Yoda gehört einer unbekannten Spezies an, ist 66 cm groß und ĂŒber 900 Jahre alt.

Leia Prinzessin Lea gehört seit 2012 zu den Disney-Prinzessinnen.

Star Wars in Zahlen 20 Milliarden US Dollar sollen mit Star-Wars-Merchandising eingenommen worden sein. Damit zĂ€hlt es zu den erfolgreichsten Filmprojekten. 5000 Mitglieder hat die 501st Legion, der offizielle Star-Wars-Fanclub, weltweit. Seit 2012 hat der Club auch einen Ableger in Österreich.

Logik? Darauf gepfiffen

So richtig witzig werden Comics erst, wenn man sie einmal logisch betrachtet: Wer sich stĂ€ndig auf die Lippen beißt, wenn Coyote erst in den Canyon stĂŒrzt, nachdem er bemerkt hat, dass er lĂ€ngst den Boden unter den FĂŒĂŸen verloren hat, der sollte sowieso keine Comics schauen. Das Comic-Universum folgt eben einer ganz eigenen Logik. Und das ist gut so. Trotzdem. Ein Blick mit der Klugscheißer-Brille offenbart ungeahnten Witz und zeigt einmal mehr: Manchmal lohnt es sich eben, Dinge ernster zu nehmen als sie gemeint sind.

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