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Buzz
12/05/2011

Starke Eröffnung von Waves-Vienna

Anja Plaschg alias Soap & Skin zeigte am Mittwoch bei der Eröffnung des Festivals gequälte Zerbrechlichkeit und quälende Hysterie.

von Brigitte Schokarth

Ein paar Startschwierigkeiten muss man einem gerade geborenen Festival wohl zugestehen: Mit einer Stunde Verspätung eröffnete Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny vor dem Auftritt von Soap & Skin im Wiener Stadtsaal das erste "Waves"-Festival.

Kein Problem - hätte man Festival-Pass-Besitzer wissen lassen, dass Erika M. Anderson mit ihrem Noise-Folk im Clubschiff danach ebenfalls Verspätung hatte. Hätte man nicht Gerüchte gehört, dass man nach Soap & Skin eh nicht mehr zu Gang Of Four zu fahren braucht, weil das Flex schon überfüllt ist.

Aber diese Schwierigkeiten zeigen auch, was für ein spannendes Programm Festival-Direktor Thomas Heher zusammengestellt hat: 80 Acts auf zwölf Bühnen. Klingende Namen wie Zola Jesus aus den USA und British Sea Power aus Großbritannien, um das Publikum anzuziehen. Dazu 20 Acts aus Osteuropa und 30 aus Österreich, um sie vorzustellen. Eine Konferenz zum Motto "Ost-West-Austausch". Und Workshops zum Umgang mit Musiksoftware

Zarte Eröffnungstöne

Entsprechend würdigte Mailath-Pokorny "den Mut und die Durchsetzungskraft" von Hehers Team. Er weiß, warum: 50.000 Euro hat die Stadt zum Waves-Budget beigetragen, die restlichen 300.000 konnte Heher sich über Sponsoren organisieren. Nächstes Jahr gibt es eine Neuauflage des Waves, stand deshalb fest, noch bevor Soap & Skin die ersten Töne der ersten Auflage gespielt hatten.

Zart waren sie, diese Eröffnungstöne: Anja Plaschg, die Protagonistin von Soap & Skin, begann mit einem Piano-Solo. 2009 war die Steirerin mit ihrem Debüt "Lovetune For Vaccum" als Wunderkind gelobt worden. Mittlerweile ist es
stiller um die 21-Jährige geworden, Kritik an ihrem plakativen Weltschmerz hat sich eingeschlichen.

Quälende Hysterie

Live bietet Plaschg aber nach wie vor eine ansprechende Performance. Mit einem Streichquartett, einem Trompeter und einer Sängerin pendelte sie im Stadtsaal zwischen gequälter Zerbrechlichkeit und quälender Hysterie, zwischen Klavier-Melancholie, symphonisch ausgeweitetem Beschwören der eigenen Ängste und radikalem Industrial-Gehacke.

Zwar mischten sich die vom Laptop eingespielten Geräusche und Drum-Loops schlecht mit dem Live-Sound und ihr Gesang war auch auch nicht immer auf dem Punkt. Trotzdem hat Plaschg eine Intensität, der man sich nicht entziehen kann. So dass der große Applaus erst nach der Show ausbrach. Zwischen den Songs haben die Waves-Eröffnungsgäste vor Staunen darauf vergessen.

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