Schicht um Schicht. Spätgotische Kunst im Farbwandel

Farbe als Bedeutungsträgerin der spätgotischen Kunst im Museum am Dom St. Pölten
Schicht um Schicht. Spätgotische Kunst im Farbwandel

Mit der Jahresausstellung „Schicht um Schicht. Spätgotische Kunst im Farbwandel“ widmet sich das Museum am Dom einem zentralen und unterschätzten Aspekt der spätgotischen Kunst: der Farbe. Im Mittelpunkt stehen Skulpturen und Bildwerke des 15. Jahrhunderts, deren Farbfassungen neue Einblicke in Bedeutung, Symbolik und emotionale Wirkung eröffnen.

„Farbe war in der Spätgotik kein dekorativer Zusatz, sondern ein wesentliches Medium der Vermittlung“, betont Museumsleiterin Barbara Taubinger. „Sie macht Glaubensinhalte sichtbar und schafft Nähe zwischen Bildwerk und Betrachtenden.“

Im Fokus stehen Materialien, Techniken und Bedeutungsdimensionen der Farbfassung. Farben wie Gold, Blau oder Rot fungieren als visuelle Zeichensprache: Sie machen Heilige identifizierbar, soziale Rollen erkennbar und transportieren religiöse Inhalte. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Inkarnat – die differenzierte und lebendige Gestaltung von Hauttönen.

Auch aus kirchlicher Perspektive kommt der Farbe eine zentrale Rolle in der Glaubensvermittlung zu. „Für viele Menschen des Mittelalters sind Bilder und ihre Farben ein Weg, Glauben zu verstehen und zu erfahren“, erklärt Diözesanbischof Alois Schwarz. „Farbe übersetzt das Unsichtbare ins Sichtbare und macht religiöse Botschaften unmittelbar erfahrbar.“

Darüber hinaus gibt die Ausstellung Einblicke in historische Werkstattpraxis, in die Herstellung von Pigmenten und Vergoldungen sowie in den denkmalpflegerischen Umgang mit historischen Fassungen. Objekte aus dem Museumsbestand, aus Diözesanpfarren, Stiften und Klöstern sowie aus Privatbesitz machen deutlich: Farbe und Farbfassungen sind weit mehr als ästhetische Mittel – sie sind Träger von Bedeutung, Geschichte und Identität. Die Ausstellung eröffnet damit einen neuen Blick auf die Spätgotik und auf die kraftvolle Sprache ihrer Farben.

Laufzeit: 1. Mai bis 15. November 2026

Öffnungszeiten:

  • Di–FR 10–17 Uhr
  • Sa, So, Ftg 10–16 Uhr

www.museumamdom.at

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